Alzheimer-Blutest sagt Erkrankungsrisiko bei Gesunden voraus

Es ist ein Novum: Mithilfe eines Bluttests hat ein deutsch-niederländisches Forschungsteam eigenen Angaben zufolge das Alzheimer-Risiko von Menschen prognostiziert, die laut klinischer Diagnose nicht an Alzheimer litten, aber sich selbst als kognitiv beeinträchtigt empfanden (Subjective Cognitive Declined, SCD).

Die Forscherinnen und Forscher analysierten Blutproben einer SCD-Kohorte, die an der Amsterdamer Universitätsklinik begleitet wird. Mit einem an der Ruhr-Universität Bochum (RUB) entwickelten Test, dem Immuno-Infrarot-Sensor, identifizierten sie bei Studieneintritt alle 22 Probandinnen und Probanden, die sechs Jahre später an Alzheimer oder einer Vorstufe, dem Mild Cognitive Impairment, erkrankten.

Der Test zeigte auch, welche Probanden nur ein sehr geringes Risiko hatten, sp√§ter eine Alzheimer-Demenz zu entwickeln. Die Ergebnisse beschreibt das Team in der Zeitschrift ‚ÄěAlzheimer‚Äôs Research and Therapy‚Äú, online ver√∂ffentlicht am 24. Dezember 2020.

Ein solcher Bluttest, der die beginnende Alzheimer-Demenz schon im symptomlosen Zustand erkennen kann, w√§re nach Ansicht der Autoren vor allem dann n√ľtzlich, wenn ein Wirkstoff zur Behandlung der Krankheit verf√ľgbar w√§re.

Im M√§rz 2021 wiederum wird die US-amerikanische Food and Drug Administration √ľber die Zulassung des Medikaments Aducanumab entscheiden. Die Bochumer Forscher setzen sich daf√ľr ein, dass der Immuno-Infrarot-Sensor k√ľnftig bei der Auswahl der Studienteilnehmer Anwendung findet und damit ein deutlich besseres Therapieansprechen erzielt wird.

Originalpublikation:

Julia Stockmann et al.: Amyloid-ő≤ misfolding as a plasma biomarker indicates risk for future clinical Alzheimer‚Äôs disease in individuals with subjective cognitive decline, in: Alzheimer‚Äôs Research and Therapy, 2020, DOI: 10.1186/s13195-020-00738-8

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