Sanktionen wirken: Russisch-Türkischer Handel verdoppelt sich

Nach Angaben des Observatory of Economic Complexity (OEC), einer Online-Datenplattform, hat die Türkei seit Jahresbeginn einen Anstieg des Handelsvolumens mit Russland um 198 % verzeichnet – und steht damit an zweiter Stelle nach Indien. Russland ist einer Reihe von Sanktionen ausgesetzt, die u. a. von der Europäischen Union und den Vereinigten Staaten verhängt wurden und die neben allgemeinen Exportkontrollen auch Beschränkungen für die russische Finanzindustrie, die Zentralbank und die Kohle- und Ölexporteure des Landes umfassen. Die Einfuhren Russlands aus dem Westen gehen aufgrund der Sanktionen und Handelsbeschränkungen zurück.

Foto: Alexander Smagin/Unsplash

Die Einfuhren der Türkei aus Russland sind jedoch seit Februar um 213 % gestiegen und liegen damit an zweiter Stelle nach Indien, das einen Anstieg von 430 % verzeichnete. Nach Angaben der OEC beläuft sich das Gesamtvolumen des türkischen Handels mit Russland derzeit auf 6,2 Milliarden US-Dollar.

Die Exporte der Türkei nach Russland sind seit Februar ebenfalls um 113 % gestiegen, wobei das Land die Liste der Länder anführt, die einen Anstieg der Exporte verzeichnen. An zweiter Stelle steht China mit 24 %.

Trotz der Sanktionen, die der Westen gegen Moskau verhängt hat, bleibt Russland “tief in die Weltwirtschaft verwoben”, so die OEC, was es Moskau ermöglicht, “beträchtliche Geldsummen zu generieren, während es in den neunten Monat des Konflikts geht”.

“Die Versuche des Westens, die russische Wirtschaft mit Sanktionen und anderen Maßnahmen zu lähmen, haben bisher nur begrenzte Auswirkungen gehabt”, so der Bericht weiter. Während sich der Ukraine-Konflikt hinzieht, lösen sich die langjährigen wirtschaftlichen Beziehungen Russlands zu Europa langsam auf und es entstehen neue Allianzen, da Waren in andere Länder umgelenkt werden.

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