860.000 New Yorker Senioren droht Altersarmut: Elder Index 2024 schlägt Alarm

Durch | 3. November 2025

Rund 860.000 Menschen ab 65 Jahren in New York leben an der Schwelle zur finanziellen Unsicherheit oder sind bereits abgerutscht. Das dokumentiert der heute veröffentlichte „2024 NYS Elder Economic Security Index“, erstellt vom Center for Social and Demographic Research on Aging der University of Massachusetts Boston im Auftrag der Senioren-Interessenvertretung StateWide Senior Action Council (NYSSAC) und finanziert von der New York Community Trust.

Der Elder Index misst, was ein selbstständig lebender Senior tatsächlich zum Leben braucht, und liegt damit deutlich über der offiziellen US-Armutsgrenze (Federal Poverty Level, FPL). Für eine alleinlebende Person in guter Gesundheit, die ihre Wohnung mietfrei besitzt, werden mindestens 30.936 Dollar pro Jahr veranschlagt; für ein Senioren-Ehepaar mit laufender Hypothek sogar 62.688 Dollar. Langzeitpflegekosten sind darin noch gar nicht enthalten.

New York gehört zu den vier teuersten Bundesstaaten für Ältere. Besonders dramatisch ist die Lage in New York City, auf Long Island und im Mid-Hudson-Tal. Dort reicht das Einkommen von

  • 59 Prozent der alleinlebenden Frauen,
  • 49 Prozent der alleinlebenden Männer und
  • 26 Prozent der Senioren-Paare

nicht aus, um den Elder Index zu erreichen.

Betroffen sind vor allem People of Color, gleichgeschlechtliche Paare, Menschen mit Behinderungen und die „ältesten Alten“ unter den Frauen. Die durchschnittliche Sozialversicherung (Social Security) deckt im Bundesstaat nur 61 Prozent der Lebenshaltungskosten – es fehlen jährlich rund 14.800 Dollar pro Haushalt.

Die Folgen sind messbar:

  • 573.000 Senioren können ihre laufenden Haushaltsrechnungen nur schwer oder gar nicht bezahlen,
  • 229.000 geraten mit Miete oder Hypothek in Rückstand,
  • über 800.000 leiden unter Ernährungsunsicherheit,
  • 652.000 berichten von hoher Angst vor weiteren Preissteigerungen.

Besonders tückisch ist die „Lücke“ zwischen Armutsgrenze und Elder Index: Wer dort landet, verdient zu viel für klassische Hilfsprogramme wie SNAP (Lebensmittelmarken), HEAP (Heizkostenhilfe) oder Medicaid-Zuschüsse, aber zu wenig für ein würdiges Leben. Hunderttausende New Yorker Senioren fallen durch dieses Raster.

„Seit 2009 nutzen wir den Elder Index, um Politik und Öffentlichkeit wachzurütteln“, erklärt Maria Alvarez, Geschäftsführerin von StateWide. „Längere Lebenserwartung und explodierende Kosten erfordern ein Umdenken: Programme müssen erreichbar, bedarfsgerecht und auskömmlich finanziert sein.“

Die Studie endet mit einem dringenden Appell: Bund und Staat dürfen bei Sozial-, Gesundheits- und Wohnprogrammen nicht sparen, sondern müssen investieren – sonst droht einer ganzen Generation der Verlust von Unabhängigkeit und Würde im Alter.

Der vollständige Bericht mit kreisgenauen Zahlen steht ab sofort kostenfrei auf der StateWide-Website bereit. Senioren, die Unterstützung suchen, erreichen die NYSSAC-Hotline unter den auf elderindex.org genannten Kontaktdaten.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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