Bioterrorismus: Marburg-Virus als Waffe

Durch | 4. Oktober 2024

Das Marburg-Virus stellt aufgrund seiner hohen Letalität und des Fehlens spezifischer Behandlungsmöglichkeiten ein potenzielles Risiko für bioterroristische Zwecke dar. Wir publizieren ein wissenschaftliches Szenario mit relevanten Daten und Fakten:

Eigenschaften des Marburg-Virus

Das Marburg-Virus gehört zur Familie der Filoviridae und verursacht ein schweres hämorrhagisches Fieber[1]. Wichtige Eigenschaften sind:

– Hohe Letalitätsrate von 24-88%, je nach Ausbruch und medizinischer Versorgung[2]
– Inkubationszeit von 2-21 Tagen[2]
– Übertragung durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten Infizierter[1]
– Keine Übertragung über die Luft[3]

Bioterroristisches Potenzial

Das US-amerikanische CDC stuft das Marburg-Virus als potenziellen biologischen Kampfstoff der höchsten Gefahrenklasse ein[1]. Gründe dafür sind:

– Hohe Letalität
– Fehlen zugelassener Impfstoffe und spezifischer Behandlungen
– Möglichkeit der Aerosolisierung für eine effektive Verbreitung[1]

Risikoszenario

Ein hypothetisches bioterroristisches Szenario könnte wie folgt aussehen:

1. Beschaffung: Terroristen erlangen Zugang zu Virusproben aus einem Forschungslabor oder einem natürlichen Reservoir.

2. Kultivierung: Das Virus wird in einem improvisierten Labor vermehrt. Die Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Kultivierung ohne Hochsicherheitslabor ist gering, aber nicht ausgeschlossen.

3. Aerosolisierung: Das Virus wird in eine aerosolisierte Form gebracht. Dies ist technisch anspruchsvoll, aber möglich.

4. Freisetzung: Das Aerosol wird an einem belebten Ort freigesetzt, z.B. in einem Einkaufszentrum oder Flughafen.

5. Ausbreitung: Aufgrund der nicht-aerogenen Übertragung wäre die initiale Ausbreitung begrenzt. Sekundärinfektionen könnten durch engen Kontakt mit Infizierten auftreten.

Risikowahrscheinlichkeiten

– Wahrscheinlichkeit der Beschaffung: Gering (< 1%), da Zugang zu Proben streng kontrolliert ist
– Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Kultivierung: Sehr gering (< 0,1%) aufgrund hoher technischer Anforderungen
– Wahrscheinlichkeit erfolgreicher Aerosolisierung: Gering (< 1%)
– Wahrscheinlichkeit einer erfolgreichen Freisetzung: Moderat (1-5%)
– Wahrscheinlichkeit einer größeren Epidemie: Gering (< 1%) aufgrund nicht-aerogener Übertragung

Schlussfolgerung

Obwohl das Marburg-Virus ein hohes Schadenspotenzial hat, ist die Wahrscheinlichkeit eines erfolgreichen bioterroristischen Anschlags aufgrund technischer Hürden und der Übertragungseigenschaften des Virus als gering einzustufen. Dennoch bleibt Wachsamkeit und Vorbereitung auf solche Szenarien wichtig[6].

Quellen:
[1] Marburg-Virus – Wikipedia https://de.wikipedia.org/wiki/Marburg-Virus
[2] Nach Verdachtsfall in Hamburg: Was ist das Marburg-Virus? https://www.nationalgeographic.de/wissenschaft/2024/10/verdachtsfall-in-hamburg-was-ist-das-marburg-virus
[3] Marburg-Virus – wie groß ist die Gefahr? | tagesschau.de https://www.tagesschau.de/wissen/gesundheit/marburg-virus-110.html
[4] [PDF] bichat-leitlinien* für die klinische behandlung viraler hämorrhagischer https://ec.europa.eu/health/ph_threats/Bioterrorisme/clin_gui_hemofever_de.pdf
[5] Ausbruch in Ruanda: Wie gefährlich ist das Marburg-Virus? – SRF https://www.srf.ch/news/international/infektionskrankheit-ausbruch-in-ruanda-wie-gefaehrlich-ist-das-marburg-virus
[6] [PDF] Die Bedrohung durch den Bioterrorismus und das … – HAW Hamburg https://reposit.haw-hamburg.de/bitstream/20.500.12738/8213/1/ZunderSvetlanaMA_geschw%C3%A4rzt.pdf
[7] [PDF] Biokampfstoffe und Terrorismus https://www.bmlv.gv.at/pdf_pool/publikationen/09_ztt_07_scha.pdf
[8] Marburg-Fieber – Bundesamt für Gesundheit BAG https://www.bag.admin.ch/bag/de/home/krankheiten/krankheiten-im-ueberblick/marburg.html

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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