Eine neue Studie der University of British Columbia offenbart, dass bereits fünf Tage alte Säuglinge zwischen prosozialem und antisozialem Verhalten unterscheiden und freundliches Verhalten bevorzugen. Die Forschung, veröffentlicht in Nature Communications, deutet darauf hin, dass Teile des menschlichen Verständnisses für soziale Interaktionen angeboren sein könnten.
In der Studie wurden 90 Neugeborenen animierte Videos gezeigt, die hilfreiche und hinderliche Interaktionen zwischen Bällen darstellten. Die Babys verbrachten mehr Zeit damit, Szenen mit prosozialem Verhalten zu betrachten, etwa wenn ein Ball einem anderen half, einen Hügel zu erklimmen, im Vergleich zu Szenen, in denen ein Ball den anderen behinderte. Kontrollvideos ohne soziale Interaktion zeigten keine Präferenz, was darauf hindeutet, dass die Babys auf die soziale Bedeutung der Bewegungen reagierten.
Die Ergebnisse legen nahe, dass Neugeborene trotz minimaler sozialer Erfahrung und eingeschränkter Sehkraft in der Lage sind, freundliche Interaktionen zu erkennen. Dies könnte auf einen angeborenen Sinn für soziale Güte hindeuten, der die Grundlage für moralisches Verständnis bildet. Die Studie, geleitet von Dr. Kiley Hamlin in Zusammenarbeit mit Forschern aus Italien, trägt zur Debatte bei, ob moralische Bewertungen angeboren oder erlernt sind.
DOI: 10.1038/s41467-025-61517-3
