Der Index misst vier zentrale Faktoren der Mitarbeiterbindung: Organisationsvertrauen, Unternehmenskultur, Vergütung und Arbeitsmarktchancen. Während das Vertrauen in die Organisationszukunft (101,5, -1,1 Punkte) und die Zufriedenheit mit der Unternehmenskultur (100,7, -0,7 Punkte) leicht zurückgingen, stieg die Zufriedenheit mit der Vergütung (103,4, +1,1 Punkte) geringfügig. Der Indikator für Arbeitsmarktchancen erreichte mit dem Rückgang den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebung, was auf wachsende Unsicherheit durch wirtschaftliche Aussichten und Bedrohungen wie KI und Automatisierung hindeutet.
„Der Rückgang des Arbeitsmarktchancen-Indikators ist ein Alarmsignal“, sagt Melissa Jezior, CEO von Eagle Hill Consulting. „Die geringe Zuversicht in externe Jobmöglichkeiten bietet Unternehmen die Chance, Mitarbeiter:innen durch neue Rollen oder Weiterbildungen zu binden.“ Besonders auffällig ist die Stimmung bei der Generation Z: Diese zeigt die höchste Bindung (Index: 112), ist aber weniger engagiert, mit einem starken Rückgang des Organisationsvertrauens (-10,4 Punkte). Frauen und die Generation X sind am unzufriedensten mit der Unternehmenskultur.
Die Ergebnisse spiegeln die aktuelle Lage am US-Arbeitsmarkt wider. Laut dem U.S. Bureau of Labor Statistics (Juni 2025) schwächte sich das private Jobwachstum ab, und über die Hälfte der privaten Industrien kürzte Stellen. Dies unterstreicht die wachsende Vorsicht bei Arbeitnehmer:innen. Unternehmen sollten laut Jezior die niedrige Arbeitsmarktkonjunktur nutzen, um gezielte Bindungsstrategien zu entwickeln.
