US-Präsident Donald Trump hat die Aussetzung der zollfreien „De-minimis“-Regelung für Sendungen im Wert von bis zu 800 US-Dollar aus aller Welt angekündigt, wie am 31. Juli 2025 bekannt wurde. Diese Maßnahme, die ab dem 29. August 2025 in Kraft tritt, betrifft E-Commerce-Giganten wie Temu, Shein und Amazon und wird die Kosten für den Import günstiger Waren in die USA deutlich erhöhen. Laut einer Studie könnten US-Verbraucher Mehrkosten von 10,9 bis 13 Milliarden US-Dollar erleiden, wobei einkommensschwache und Minderheiten besonders betroffen sind, da sie häufiger günstige Importe kaufen.
Das Weiße Haus begründet die Entscheidung mit einem sprunghaften Anstieg der De-minimis-Importe auf 309 Millionen Sendungen im Jahr 2025 (von 115 Millionen im Jahr 2024). Etwa 90 Prozent der Zollbeschlagnahmungen, darunter 98 Prozent der Drogenfunde und 77 Prozent gefährlicher oder illegaler Gegenstände wie Waffenkomponenten, entfallen auf diese Sendungen. Trump argumentiert, dass die Regelung kleinen US-Unternehmen schade, obwohl einige, wie ein Autoteilehändler, dies bestreiten und gegen die Schließung der Lücke klagten. Ein Bundesgericht bestätigte jedoch am Montag Trumps Verbot für chinesische Importe, was die globale Ausweitung der Maßnahme unterstützt.
Bereits im Februar 2025 hatte Trump die De-minimis-Ausnahme für Importe aus China und Hongkong aufgehoben, was nun auf alle Länder ausgedehnt wird. Für Verbraucher könnten Preissteigerungen bereits im Herbst spürbar werden, insbesondere vor der Weihnachtszeit. Amazon, das kürzlich eine Sparte für günstige China-Produkte startete, steht vor Herausforderungen, ebenso wie Temu und Shein, die durch die bisherige Regelung wettbewerbsfähige Preise boten.
Wirtschaftswissenschaftler warnen, dass die Schließung der Handelslücke die Inflation in den USA anheizen könnte. Forschungen zur Verteilung der Vorteile des De-minimis-Handels sind begrenzt, weshalb unklar bleibt, wie sich die Änderung langfristig auf das Wohlstandsniveau der Amerikaner auswirkt. Kritiker sehen in der Maßnahme einen weiteren Schritt in Trumps protektionistischer Handelspolitik, die globale Lieferketten und Verbraucherpreise nachhaltig beeinflussen könnte.
