Magersucht ist eine schwere psychische Erkrankung, die typischerweise in der Adoleszenz beginnt. Eine Studie der Forschungseinheit für Bevölkerungsgesundheit und der Oulu Business School der Universität Oulu untersuchte, wie sich Magersucht im Jugendalter im Vergleich zu Gleichaltrigen auf die Arbeitsmarktposition im Erwachsenenalter auswirkt.
Viele psychische Störungen wurden bisher mit einer schwächeren Stellung auf dem Arbeitsmarkt in Verbindung gebracht, doch die Forschungsergebnisse zur Magersucht sind sehr begrenzt und in vielerlei Hinsicht unzureichend. Die jüngsten Studien zu diesem Thema liegen Jahrzehnte zurück, basierten ausschließlich auf Umfragedaten und konzentrierten sich ausschließlich auf Frauen. Eine Verallgemeinerung dieser Ergebnisse auf die heutige Zeit ist schwierig, da sich in den letzten Jahrzehnten das Arbeitsleben, die Verfügbarkeit psychiatrischer Dienste und die Anerkennung junger Menschen mit Magersucht im Versorgungssystem stark verändert haben.
Die Ergebnisse der neu veröffentlichten Studie zeigten, dass sowohl Männer als auch Frauen mit Magersucht im Vergleich zu ihren Altersgenossen ein geringeres Einkommen und mehr Tage Arbeitslosigkeit im Erwachsenenalter hatten. Die Auswirkungen auf die Arbeitsmarktposition waren bei Männern besonders ausgeprägt.
„Obwohl Magersucht hinsichtlich der allgemeinen Gesundheit langfristig oft eine günstige Prognose hat, können ihre Auswirkungen auf das Arbeitsleben erheblich sein“, sagt der Hauptautor des Forschungsartikels, der Postdoktorand Tuomas Majuri .
Die Studie nutzte Daten der nordfinnischen Geburtskohorte 1986 und nationale Registerdaten zu Einkommen, Arbeitslosigkeits- und Krankheitstagen im Alter von 25 bis 33 Jahren. Die Arbeitsmarktposition wurde anhand dieser Registerdaten untersucht, und die Analysen wurden getrennt für Männer und Frauen durchgeführt.
„Männer, die in der Jugend an Magersucht litten, werden in unserem derzeitigen Versorgungssystem besonders schlecht anerkannt, was ihre spätere Arbeitsmarktposition schwächt. Der Gesundheitsdienst des Kreises Nordösterbotten hat kürzlich in die Behandlung von Essstörungspatienten investiert, beispielsweise durch die Eröffnung einer neuen Essstörungsstation. Weitere Initiativen dieser Art sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Gesundheitswesen, Arbeitsvermittlung und Arbeitgebern sind erforderlich, um die Arbeitsmarktposition junger Menschen mit Magersucht zu verbessern“, erklärt Majuri.
Die Studie wurde von der Yrjö Jahnsson-Stiftung, der Wage Earners‘ Foundation, der OP Research Foundation, der Tauno Tönning Foundation und dem Regionalfonds Nordösterbotten der Finnischen Kulturstiftung finanziert.
