US-Zölle verschärfen Krise im deutschen Weinbau

Durch | 1. September 2025

Die deutsche Weinbranche steht vor einer doppelten Herausforderung: Sinkender Weinkonsum im Inland und neue US-Zölle belasten die Winzer erheblich. Hessens Landwirtschafts- und Weinbauminister Ingmar Jung (CDU) sieht die Weingüter „zwischen den Fronten“ von Handelskonflikten im Export und rückläufiger Nachfrage in Deutschland. Die 15-prozentige Einfuhrabgabe der USA auf europäische Weine, die nach monatelanger Unsicherheit nun festgelegt wurde, stellt laut Jung eine schwere Belastung dar, auch wenn sie Planungssicherheit schafft.

Die Zölle verteuern deutsche Weine in den USA oder zwingen Weingüter zu Preisnachlässen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Besonders betroffen ist der Rheingau, dessen Riesling in den USA eine wichtige Nische besetzt. Laut Jungs Sprecher Olaf Streubig droht die Gefahr, dass US-Restaurants und Importeure heimische Spitzenweine aus ihren Angeboten nehmen. Schon die Strafzölle von 25 Prozent während der ersten Amtszeit von US-Präsident Donald Trump 2019 führten zu spürbaren Umsatzeinbußen.

Jung fordert dringende Gegenmaßnahmen: neue Absatzmärkte erschließen, innovative Produkte wie alkoholfreie Weine entwickeln und Verbraucher stärker für regionale Qualitätsweine begeistern. Nur 42 Prozent des in Deutschland konsumierten Weins stammen aus heimischer Produktion – ein Verhältnis, das zugunsten der deutschen Winzer verbessert werden soll, ohne neue Handelsbarrieren zu schaffen. Zudem betont Jung die Bedeutung der Winzer für Kulturlandschaften und die Wirtschaft.

Um die Krise anzugehen, wird am 20. und 21. November 2025 ein erstes Treffen aller Weinbauminister der Bundesländer im Kloster Eberbach im Rheingau stattfinden. Diese neue Plattform soll über die Agrarministerkonferenz hinaus Lösungen erarbeiten. Jung setzt zudem auf anstehende EU-USA-Beratungen im Herbst, die Spielraum für Zugeständnisse bieten könnten, sowie auf ein EU-Weinpaket, das unbürokratische Unterstützung verspricht. Langwierige Verfahren dürften die Betriebe nicht ausbremsen, so der Minister.

Die Krise wird durch verändertes Konsumverhalten verschärft: Junge Menschen trinken weniger Wein, und es gibt einen Trend zu alkoholfreien Getränken. Ältere Konsumenten reduzieren ihren Weinkonsum oft aus gesundheitlichen Gründen. Die Branche steht vor der Herausforderung, sich an diese Entwicklungen anzupassen, um ihre Existenz zu sichern.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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