Der ehemalige KSK-Soldat und Sicherheitsunternehmer Mario Pröhl sieht sich und Teile der deutschen Sicherheitsbranche durch gezielte Aktionen bedroht. Der Bundeswehr-Veteran, der heute mehrere international tätige Sicherheitsunternehmen leitet, berichtet von einem Vorfall, der seine wirtschaftliche Existenz gefährdet. Ein Polizeidirektor der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg soll 2022 eine unberechtigte Zuverlässigkeitsprüfung gegen ihn initiiert haben, die zu erheblichen geschäftlichen Schäden führte.
Pröhl, der mittlerweile in den USA lebt, bietet mit seinen Unternehmen weltweit Schulungen für private und staatliche Akteure an. Seine Kurse, die sich auf Sensibilisierung und Handlungsfähigkeit in internationalen Kontexten konzentrieren, stoßen auf positive Resonanz, da sie praxisnah und an reale Gegebenheiten angepasst sind. Dennoch sieht er sich mit Hindernissen konfrontiert, die er als systematisch einstuft. So forderte die Hochschule für Polizei 2022 eine Zuverlässigkeitsprüfung aller am privaten Trainingscenter in Mosbach tätigen Personen, obwohl sie dort lediglich Mieter ist, wie Pröhl selbst.
Die Überprüfung, die laut Pröhl ohne gesetzliche Grundlage und von einer nicht zuständigen Stelle durchgeführt wurde, ergab ein negatives Ergebnis ohne Begründung. Dieses Schreiben, persönlich überbracht durch den Polizeidirektor, führte dazu, dass ein millionenschwerer Vertrag in den USA geplatzt ist. Pröhl erlitt nach eigenen Angaben Schäden in Millionenhöhe. Zudem berichtet er von einem Vorfall, bei dem der Polizeidirektor während eines Trainings mit einem Hubschrauber die Sicherheitszone störte und Mitarbeiter gefährdete, was zu einer Strafanzeige führte. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Mosbach verliefen jedoch schleppend, und Pröhl vermutet eine mangelnde Aufklärungsbereitschaft.
Pröhl spekuliert, dass hinter diesen Aktionen ein Versuch stehen könnte, kleinere Sicherheitsunternehmen wie seines vom Markt zu drängen, zugunsten größerer Akteure. Ein Treffen mit einem deutschen Unternehmer in Dubai 2024 verstärkte diesen Eindruck, als von einer „Bereinigung“ des deutschen Sicherheitsmarktes die Rede war. Für Pröhl und seine rund 40 Mitarbeiter in Deutschland hätte ein Marktaustritt dramatische Folgen.
Die Vorfälle werfen Fragen nach der Rolle und den Kompetenzen des Polizeidirektors sowie möglichen Verflechtungen in Baden-Württemberg auf. Pröhl kritisiert eine fehlende Transparenz und mutmaßt, dass persönliche oder institutionelle Interessen die Aufklärung behindern könnten. Die Staatsanwaltschaft und die Hochschule für Polizei äußerten sich bisher nicht zu den Vorwürfen.
