Penske Media Corporation (PMC), der Verlag hinter Rolling Stone, Billboard, Variety und The Hollywood Reporter, hat Google verklagt. Die am 13. September 2025 vor einem Bundesgericht in Washington, D.C., eingereichte Klage wirft dem Tech-Konzern vor, seine KI-generierten Zusammenfassungen (AI-Overviews), die prominent in Suchergebnissen erscheinen, nutzen Inhalte von PMC ohne Zustimmung. Dies führe zu erheblichen Verlusten an Website-Traffic und Einnahmen. Es ist die erste Klage eines großen US-Medienhauses gegen Google in diesem Zusammenhang, die die Spannungen zwischen KI-Unternehmen und Inhalteanbietern verschärft. PMC fordert Schadensersatz und eine gerichtliche Anordnung, um die Praxis zu stoppen.
Hintergrund und Inhalt der Klage
PMC, ein führendes Medienunternehmen mit monatlich etwa 120 Millionen Online-Besuchern, argumentiert, dass Google seine marktbeherrschende Position in der Websuche ausnutzt, um Verlage zu zwingen, Inhalte für KI-Zusammenfassungen bereitzustellen. Ohne Zustimmung drohe die Auslistung aus den Suchergebnissen. Die AI-Overviews fassen Inhalte zusammen, was Nutzer davon abhalte, auf Originalquellen zu klicken. PMC meldet einen Traffic-Rückgang von bis zu 20 Prozent, da etwa ein Fünftel relevanter Suchen nun KI-Zusammenfassungen anzeigt. Besonders betroffen seien Affiliate-Marketing-Einnahmen, die seit Ende 2024 um über ein Drittel eingebrochen sind, was Werbung, Abonnements und das Geschäftsmodell gefährde. „Wir müssen unsere Journalisten und Berichterstattung schützen“, sagte CEO Jay Penske. „Google bedroht die Grundlage des digitalen Journalismus.“
PMC sieht sich in einer Zwickmühle: Entweder blockiert es Google vom Indexieren seiner Inhalte, was den Traffic weiter reduzieren würde, oder es liefert Daten für Googles KI, was das Geschäftsmodell weiter schwächt. Die Klage warnt, dass geringerer Traffic die Investitionen in qualitativ hochwertigen Journalismus mindert, was die Vielfalt und Qualität des Internets langfristig schädige.
Reaktionen und Kontext
Google-Sprecher José Castañeda verteidigte die AI-Overviews: „Sie machen die Suche nützlicher und erhöhen die Nutzung, indem sie Traffic auf eine breitere Palette von Websites lenken.“ Dennoch steht Google unter Druck. Die News/Media Alliance, die über 2.200 US-Verlage vertritt, bezeichnete die Funktion als „Diebstahl“ und fordert Eingriffe des Justizministeriums. In Europa haben kleinere Verlage ähnliche Klagen erhoben. Im Februar 2025 verklagte der Bildungsanbieter Chegg Google, ebenso eine kleine US-Zeitung. Ähnliche Konflikte gibt es mit anderen KI-Firmen: Encyclopedia Britannica und Merriam-Webster klagten gegen Perplexity, News Corp im Vorjahr, und die New York Times sowie andere Zeitungen wie die Chicago Tribune zogen gegen Microsoft und OpenAI vor Gericht. Google räumt ein, dass „das offene Web rapide schrumpft“, während es in Antitrust-Verfahren steht – ein Gericht bestätigte kürzlich ein Suchmonopol, ohne jedoch eine Zerschlagung anzuordnen.
Auf Plattformen wie X wird die Klage intensiv diskutiert. SEO-Experten heben den Einnahmeverlust von 33 Prozent hervor und warnen vor Schäden für das Internet. Analysten sehen die Klage als Meilenstein für die Rechte von Inhalteanbietern in der KI-Ära.
Sachliche Interpretation der Entwicklungen
Die Klage von PMC beleuchtet den Konflikt zwischen Tech-Giganten und Medienhäusern in der Ära der Künstlichen Intelligenz. Google nutzt seine Dominanz, um Inhalte kostenlos zu verarbeiten, was Nutzern schnelle Antworten bietet, aber das Ökosystem des offenen Webs gefährdet. Der Traffic-Rückgang bei Verlagen wie PMC bedroht Werbeeinnahmen und Abonnements, was Investitionen in Journalismus einschränken könnte. Dies spiegelt einen größeren Trend: KI-Unternehmen trainieren Modelle mit öffentlichen Daten ohne faire Vergütung, was Urheberrechtsfragen aufwirft und die digitale Landschaft fragmentieren könnte.
Googles Behauptung, AI-Overviews steigerten den Traffic, bleibt ohne unabhängige Bestätigung für betroffene Verlage umstritten. Die Klage könnte Präzedenzfälle schaffen, etwa für Lizenzgebühren, ähnlich früherer Urheberrechtsstreitigkeiten. Im Kontext von Antitrust-Verfahren gegen Google könnte dies die Debatte über fairen Wettbewerb in der KI-Branche anheizen. Experten fordern Regulierungen, die Inhalte-Nutzung und Innovation ausbalancieren. Das Verfahren wird voraussichtlich Monate dauern, erste Anhörungen sind für Herbst 2025 angesetzt.
Für weitere Details siehe Berichte von Reuters oder TechCrunch.
