Chinas Cyberspace-Behörde verbietet Kauf von Nvidia-KI-Chips

Durch | 17. September 2025

Die Cyberspace Administration of China (CAC), Chinas oberste Internetaufsichtsbehörde, hat großen Technologieunternehmen wie Alibaba und ByteDance den Kauf und die Tests von Nvidia’s neuesten KI-Chips verboten. Der Befehl, der diese Woche erteilt wurde, zielt auf den RTX Pro 6000D ab, einen speziell für den chinesischen Markt angepassten Chip, der im Juli 2025 vorgestellt wurde. Mehrere Firmen hatten bereits Tausende Exemplare bestellt und mit Tests begonnen, doch nun müssen sie die Aufträge stornieren. Dies markiert eine weitere Eskalation im Handelskonflikt zwischen den USA und China, die den Zugang zu fortschrittlicher KI-Technologie weiter einschränkt.

Der RTX Pro 6000D wurde von Nvidia entwickelt, um US-Exportkontrollen zu umgehen, die seit 2022 den Verkauf leistungsstarker KI-Chips nach China aus Sicherheitsgründen einschränken. Der Chip ist für den Einsatz in der Automatisierung und KI-Anwendungen gedacht und war das letzte signifikante Produkt, das Nvidia in nennenswerten Mengen nach China liefern durfte. Trotz anfänglicher Nachfrage – Unternehmen wie Tencent, DeepSeek und Alibaba planten Bestellungen in Höhe von Zehntausenden Einheiten – wird der Chip nun als nicht kosteneffizient kritisiert, und Peking drängt auf den Einsatz heimischer Alternativen.

Reaktionen aus den USA: Enttäuschung und Vorwürfe

Nvidia-CEO Jensen Huang äußerte sich während einer Pressekonferenz in London „enttäuscht“ über den Verbot. Huang, der an diesem Abend an einem Staatsdinner mit US-Präsident Donald Trump teilnimmt, betonte, dass Nvidia mehr zum chinesischen Markt beigetragen habe als viele andere Länder. Er wies auf breitere geopolitische Agenden zwischen Washington und Peking hin und erklärte, das Unternehmen könne nur in Märkte expandieren, die es willkommen heißen. Huang plant, das Thema mit Trump zu besprechen, und unterstrich Nvidias Unterstützung für beide Regierungen bei der Klärung der Spannungen.

Im August 2025 hatte die Trump-Administration eine Einigung mit Nvidia getroffen, die den Export des schwächeren H20-Chips nach China erlaubte – im Gegenzug für 15 Prozent der Gewinne an die US-Regierung. Dies folgte auf strengere Exportbeschränkungen unter Trump, die Nvidias Umsatz in China bereits um Milliarden gekürzt hatten. Huang beschrieb die Situation als „Achterbahnfahrt“ und warnte Investoren, nicht auf den chinesischen Markt zu setzen.

Republikanischer Abgeordnetenhaus-Sprecher Mike Johnson ging in einem Interview mit CNBCs „Squawk Box“ noch weiter und bezeichnete China als „Peer-to-Peer-Adversary“ (gleichen Rang-Rivalen) der USA. Er warf Peking vor, US-Urheberrechte und faire Handelsabkommen zu ignorieren, und machte China für die angespannten Beziehungen verantwortlich. Johnson nannte den Schritt „kontraproduktiv“ und hob hervor, dass er die globalen Lieferketten und die Technologiekooperation belaste.

Hintergrund: Tit-for-Tat im Chip-Krieg

Der Verbot kommt inmitten einer Reihe von Maßnahmen, die den US-China-Technologiekonflikt verschärfen. Die USA haben seit der Biden-Ära Exportkontrollen verhängt, um zu verhindern, dass China KI für militärische Zwecke nutzt – unter Trump wurden diese weiter verschärft. Im Gegenzug hat China den Verkauf von Chip-Materialien an die USA eingeschränkt und seine eigene Halbleiterindustrie vorangetrieben. Peking behauptet nun, dass heimische Prozessoren wie die von Huawei (Ascend-Serie) die Leistung von H20 und RTX Pro 6000D erreichen.

Zusätzlich hat Chinas Marktaufsicht Nvidia wegen Verstoßes gegen das Antimonopolgesetz untersucht, insbesondere im Zusammenhang mit dem Kauf von Mellanox. Dies folgt auf Berichte über Schmuggel und Reparatur von Nvidia-Chips in Shenzhen, wo Unternehmen trotz Verbote Hunderte Einheiten monatlich warten lassen, um Abhängigkeiten zu reduzieren.

Die Aktion könnte Nvidias Aktie belasten: Vor Börseneröffnung fiel sie um mehr als 1 Prozent. Analysten sehen darin einen Rückschlag für den Chip-Riesen, der 2025 eine Marktkapitalisierung von über 4 Billionen Dollar erreichte, aber zunehmend auf andere Märkte wie das Vereinigte Königreich setzt – Nvidia investiert dort 11 Milliarden Pfund in KI-Infrastruktur.

Ausblick: Trump-Xi-Gespräche

Präsident Trump soll am Freitag mit Chinas Präsident Xi Jinping sprechen, was die Chip-Frage in breitere Handelsverhandlungen einbetten könnte. Experten warnen, dass der Konflikt die globale KI-Entwicklung behindert und Chinas Push zur Selbstversorgung beschleunigt, was langfristig Nvidias Dominanz herausfordern könnte.


Hinweis: Dieser Bericht basiert auf der Meldung von The Verge sowie ergänzenden Quellen aus Bloomberg, CNBC und Reuters. Weitere Entwicklungen könnten durch die Trump-Xi-Gespräche folgen.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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