Die Cheung Kong Graduate School of Business (CKGSB), das IE China Observatory und das IE Africa Program haben einen neuen Bericht „China’s Economic Influence in Africa: A Data-Driven Analysis“ veröffentlicht. Basierend auf Daten von Afrobarometer untersucht die Studie den wachsenden Einfluss Chinas in Afrika aus Sicht afrikanischer Bürger in 27 Ländern zwischen 2016 und 2023. Die Analyse zeigt deutliche regionale Unterschiede in der Wahrnehmung chinesischer Kredite, Schulden, Infrastrukturinvestitionen und wirtschaftlicher Hilfe.
Die Studie, geleitet von Bin Ma, Akademischer Direktor des IE China Observatory, und Stone Shi, Professor an der CKGSB, ergab, dass die öffentliche Wahrnehmung der chinesischen Finanzpräsenz in Ost- und Westafrika stärker ist als in Nordafrika. Kenia weist die höchste Kenntnis chinesischer Kredite auf, die als bedingungsärmer als die anderer internationaler Geldgeber gelten. Zwischen 2016 und 2023 hat Chinas Einfluss in Ländern wie Kenia, Mauritius und Nigeria zugenommen, während er in Südafrika, Kamerun und Tunesien abnahm. Positive Wahrnehmungen werden vor allem durch Investitionen in Wirtschaft und Infrastruktur sowie die Bezahlbarkeit chinesischer Produkte geprägt, weniger durch diplomatische Unterstützung.
„Die Balance zwischen globalen Perspektiven und lokalen Bedürfnissen ist in der Globalisierung zu einer drängenden Praxisfrage geworden“, sagte CKGSB-Dekan Li Haitao. Er betonte die Notwendigkeit für chinesische Unternehmen, globale Vision mit lokaler Anpassung zu verbinden. Jose Felix Valdivieso, Vorsitzender des IE China Observatory, wies darauf hin, dass China Soft Power durch wirtschaftliche Instrumente wie Infrastrukturinvestitionen und Entwicklungshilfe neu interpretiert habe, was in Afrika besonders sichtbar sei. Enrico Letta, Dekan der IE School of Politics, Economics and Global Affairs, sah im Bericht eine Grundlage zur Stärkung der EU-Afrika-Beziehungen durch Einblicke in afrikanische Wahrnehmungen.
Der Bericht bietet eine Basis für einen informierten Dialog zwischen Afrika, China und Europa, um transparente, nachhaltige und lokal angepasste Kooperationen zu fördern. Er unterstreicht, dass Chinas wirtschaftliche Präsenz – als größter bilateraler Handelspartner Afrikas und wichtiger Finanzier – zunehmend von afrikanischen Bürgern wahrgenommen wird und regionale Dynamiken beeinflusst.
