Finanzmärkte sind anfälliger für starke Schwankungen als traditionelle Theorien vermuten lassen

Durch | 18. September 2025

Vom Finanzcrash 2008 bis zu den heutigen volatilen Kryptowährungsmärkten sorgen starke Schwankungen weiterhin für Störungen der globalen Märkte und Volkswirtschaften. Laut Masoumeh Fathis Doktorarbeit an der Universität Vaasa unterschätzen traditionelle Risikomodelle oft die Möglichkeit extremer Ereignisse, sodass Investoren und politische Entscheidungsträger unvorbereitet sind.

Jahrzehntelang wurden Finanzrisiken mit Gauß-basierten Modellen gemessen, die auf der Annahme basierten, dass Märkte einer glockenförmigen Kurve folgen. Diese Modelle bilden die Grundlage für Entscheidungen von Anlagestrategien bis hin zur Regulierung, erfassen jedoch nicht das wahre Ausmaß von Marktstörungen. Masoumeh Fathis Dissertation im Fach Finanzwissenschaften argumentiert, dass Potenzgesetze eine genauere Perspektive bieten, um die Risikodynamik der Finanzmärkte zu verstehen.

„Für einen jungen Forscher war es eine Herausforderung, solche etablierten Theorien in Frage zu stellen, aber die Beweise waren eindeutig: Die Varianz der Finanzmärkte ist so groß, dass wir uns in der Praxis nicht darauf verlassen können – oder besser: nicht darauf verlassen sollten. Das bedeutet, dass viele ökonometrische Standardmethoden schlicht keine zuverlässige Entscheidungsgrundlage bieten“, stellt Fathi fest.

Die Studie zeigt, dass die Volatilität der Finanzmärkte ein Potenzgesetz mit starken Schwankungen aufweist. Das bedeutet, dass starke Anstiege und Abstürze weitaus häufiger auftreten, als die Glockenkurve vorhersagt. Das interessante Ergebnis ist, dass diese Muster bei Aktien, Rohstoffen, Devisenmärkten und insbesondere Kryptowährungen konsistent auftreten.

Bessere Tools für Investoren, Analysten und politische Entscheidungsträger

Fathi argumentiert, dass Potenzgesetzmodelle Finanzexperten und Aufsichtsbehörden dabei helfen können, extreme Risiken besser einzuschätzen, Portfoliostrategien zu verbessern und präzisere statistische Instrumente zum Verständnis von Marktinstabilitäten bereitzustellen. Die Abkehr von Gaußschen Annahmen ermöglicht ein genaueres Verständnis und eine präzisere Vorhersage des Marktrisikoverhaltens.

Die Studie zeigt auch, dass Potenzgesetze potenziell von Verhaltensfaktoren wie Herdenverhalten beeinflusst werden – einem Phänomen, bei dem Anleger dem Verhalten einer größeren Gruppe folgen. Für Fathi liegt der Wert der Arbeit in der Verknüpfung abstrakter Theorie mit alltäglichem Marktverhalten.

„Was mich am meisten begeistert, ist, dass ich durch meine Forschung höhere Mathematik mit der realen Finanzwelt auf eine Weise kombinieren kann, die Licht auf diese Dynamik werfen kann“, sagt Fathi.

Fathis Forschung umfasst vier Essays und basiert auf umfangreichen Datensätzen zu Aktien, Währungen, Rohstoffen und Kryptowährungen. Sie verwendet Analysen auf Basis von Varianzmaßen, statistischen Tests und der Schätzung des Tailexponenten. Darüber hinaus nutzt die Studie ein Modell, das die Identifizierung von Marktblasenbildungen und die Vorhersage des Zeitpunkts von Crashs ermöglicht.

Doktorarbeit

Fathi, Masoumeh (2025)  Essays zu Machtgesetzen und Finanzmärkten. Acta Wasaensia 560. Doktorarbeit. Universität Vaasa.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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