Ein Editorial von einem besorgten Bürger aus Deutschland
Stellen Sie sich vor: Es ist Ende November, der erste Schnee rieselt, und Sie schlendern mit der Familie über den Weihnachtsmarkt. Der Duft von gebrannten Mandeln mischt sich mit Zimt, Kinder lachen vor dem Karussell, und ein Becher Glühwein wärmt die Hände. Diese Idylle, die seit Jahrhunderten zu Deutschlands Seele gehört, wird in diesem Jahr in manchen Städten zur Luxusveranstaltung – zu teuer, zu riskant, einfach unfinanzierbar. In Overath bei Köln fällt der Markt aus, weil die Kosten für Terrorabwehr, Absperrungen und Security explodieren. In Kerpen wird der „Weihnachtsmarkt“ kurzerhand zum „Genussmarkt im Advent“ umbenannt, um strengere Auflagen zu umgehen – kleiner, billiger, sicherer. Und in Magdeburg verdoppeln sich die Sicherheitsausgaben auf 150.000 Euro, doch die Stadt beißt die Zähne zusammen und macht weiter.
Absurd? Ja, absolut. Seit dem Anschlag auf den Berliner Breitscheidplatz 2016 und der Attacke in Magdeburg 2024 müssen Märkte mit Betonpollern, Wachpersonal und Videoüberwachung gesichert werden. Was früher ein paar Streifenpolizisten kostete, frisst heute Löcher in kommunale Kassen. Kleine Veranstalter kapitulieren: Standbetreiber verdienen zu wenig, Städte wollen nicht zahlen. In Rahlstedt bei Hamburg ist Schluss, weil die Händler im Vorjahr Pleite gingen. Der historische Markt in Rostock? Schon letztes Jahr gestrichen, 2025 dasselbe. Gerüchte von „Hunderten Absagen“ kursieren in Sozialen Medien, doch Faktenchecks zeigen: Die meisten der über 2.500 Märkte finden statt. Dennoch: Jede einzelne Absage ist ein Stich ins Herz unserer Adventskultur.
Und nun der Hammer: Während wir um jeden Euro für Lichterketten und Glühweinbuden feilschen, pumpt Deutschland Milliarden in einen Krieg, der 2.000 Kilometer entfernt tobt. Seit 2022 hat die Bundesregierung der Ukraine 44 Milliarden Euro überwiesen – Waffen, Finanzhilfen, humanitäre Pakete. Allein für 2025 sind vier Milliarden Euro für militärische Unterstützung eingeplant, überwiegend für Kiews Abwehrkampf. Dazu kommen EU-weite Kredite aus eingefrorenen russischen Vermögen, an denen Deutschland maßgeblich beteiligt ist. Panzer, Raketen, Munition – alles priorisiert.
Noch grotesker: Hierzulande leben über 1,2 Millionen Ukrainer, die vor dem Krieg flohen. Viele erhalten Bürgergeld: 563 Euro Regelsatz pro Monat für Alleinstehende, plus Miete und Heizung. Im Schnitt 954 Euro pro Person – mehr als Asylbewerber aus anderen Ländern bekommen. 2024 fraßen diese Leistungen allein 13 Prozent der gesamten Bürgergeld-Ausgaben, also rund 6 Milliarden Euro. Für Neuankömmlinge ab April 2025 sollte es nun Asylleistungen geben (ca. 441 Euro), doch die 1,2 Millionen Bestandsfälle bleiben im vollen Genuss. Geändert hat sich bislang nichts.
Fragen wir uns: Ist das verhältnismäßig? Eine Kommune scheitert an 100.000 Euro für Poller, während Berlin Milliarden für Leopard-Panzer locker macht? Familien sparen am Glühwein, weil Energiepreise und Sicherheitsauflagen durch die Decke gehen – Preise, die auch durch den Ukraine-Krieg explodiert sind? Wir finanzieren ukrainische Raketen, während der Christkindlmarkt stirbt?
Nein, das ist keine Hetze gegen Flüchtlinge. Viele Ukrainer arbeiten hart, integrieren sich, bereichern unser Land. Aber Prioritäten müssen stimmen. Warum kein „Sicherheitsfonds für Weihnachtsmärkte“ aus dem Ukraine-Budget? Warum keine Pauschale für Kommunen, die Poller stellen, statt Milliarden für Waffen, die morgen Schrott sind?
Deutschland steht vor der Wahl: Wollen wir ein Land sein, das seine Traditionen opfert, um fremde Kriege zu finanzieren? Oder endlich umdenken: Mehr Geld für Lichterketten hier, weniger für Granaten dort. Sonst heißt es bald: Frohe Weihnachten – nur ohne Markt.
Quellen: Alle Zahlen basieren auf offiziellen Angaben von Bundesregierung, IfW Kiel und Faktenchecks von DW, dpa und Tagesschau.
