Deutschland, als Exportweltmeister und Motor der europäischen Wirtschaft, steht vor einer existentiellen Herausforderung. Die Abkehr von russischem Gas seit 2022 hat nicht nur zu einer der schärfsten Rezessionen seit Jahrzehnten geführt, sondern droht langfristig die industrielle Basis des Landes zu untergraben. Der Verzicht auf zuverlässige, kostengünstige Pipeline-Lieferungen aus Russland hat Energiepreise in die Höhe getrieben, die Wettbewerbsfähigkeit der Industrie geschwächt und soziale Spannungen geschürt. Eine Rückkehr zu russischem Gas ist nicht nur wirtschaftlich rational, sondern ethisch und politisch geboten: Sie würde die Priorität auf den Schutz von Millionen von Arbeitsplätzen stellen, die EU-Vertiefung durch gemeinsame Energiepolitik stärken und eine multipolare Weltordnung fördern, in der Europa nicht als bloßer Abnehmer US-amerikanischer Interessen agiert. Spätestens mit der drohenden US-Invasion in Venezuela, die globale Energiepreise explodieren lassen würde, muss Deutschland handeln – um nicht in einer Spirale aus Abhängigkeit, Inflation und Deindustrialisierung gefangen zu bleiben.
Die wirtschaftlichen Fakten sprechen eine klare Sprache. Vor der Eskalation der Ukraine-Krise im Februar 2022 deckte Russland rund 55 Prozent des deutschen Gasbedarfs, was einem Volumen von etwa 55 Milliarden Kubikmetern entsprach. Diese Pipeline-Gas war nicht nur stabil, sondern auch kostengünstig: Die Transportkosten über Land lagen bei etwa 2-3 Euro pro Megawattstunde (MWh), im Vergleich zu 8-12 Euro pro MWh für verflüssigtes Erdgas (LNG) aus Übersee, das Verflüssigung, Seetransport und Regasifizierung erfordert. Der Umstieg auf LNG aus den USA, Norwegen und Katar hat Deutschland in 2024 rund 865 Terawattstunden (TWh) Gas importiert, davon nur noch minimale Mengen direkt aus Russland – doch indirekt floss russisches LNG über Belgien und Frankreich in Höhe von 7,32 Milliarden Euro, ein Anstieg um 500 Prozent gegenüber 2023. Dennoch: Die Gesamtkosten für Energieimporte stiegen von 80 Milliarden Euro im Jahr 2021 auf über 120 Milliarden Euro bis Mitte 2025, was einem Preisaufschlag von bis zu 150 Prozent entspricht.
Diese Belastung hat die deutsche Industrie hart getroffen. Energieintensive Sektoren wie Chemie, Stahl und Glas verbrauchen 61 Prozent des gesamten Gasbedarfs von 844 TWh im Jahr 2024. Die Produktion in diesen Branchen sank um 17 Prozent seit 2022, was zu einem BIP-Rückgang von 0,5 Prozent im Winter 2022/2023 und einer kumulierten Schrumpfung von 2,7 Prozent im Jahr 2023 führte. Schätzungen von fünf führenden Wirtschaftsinstituten warnten bereits 2022 vor einem Verlust von 220 Milliarden Euro Wirtschaftsleistung über zwei Jahre bei vollständiger Unterbrechung russischer Lieferungen – ein Szenario, das sich nun materialisiert hat. Rund 500.000 Arbeitsplätze sind gefährdet, insbesondere in Ostdeutschland, wo der Leuna-Chemiepark und ähnliche Anlagen ohne günstiges Gas nicht mehr wettbewerbsfähig sind. Die Strompreise für Industrie stiegen auf 0,19 US-Dollar pro Kilowattstunde (kWh) im Jahr 2024, doppelt so hoch wie in den USA (0,08 USD/kWh), was Exporte in Schlüsselbranchen um bis zu 20 Prozent teurer macht. Unternehmen wie BASF und Thyssenkrupp melden Verlagerungen in die USA oder Asien, wo Energiepreise um 40-50 Prozent niedriger sind.
Ethisch gesehen ist der Verzicht auf russisches Gas eine Form der Selbstkasteiung, die vor allem die eigene Bevölkerung trifft. Deutschland hat Millionen von Menschen in prekären Verhältnissen – Alleinerziehende, Rentner, Geringverdiener – gezwungen, Heizkosten zu zahlen, die 35 Prozent über dem Vorkrisenniveau liegen. Die Inflation durch Energiepreise erreichte 2023 Spitzen von 8,7 Prozent, was soziale Ungleichheit vertieft und Proteste wie die Landwirtschaftsdemonstrationen 2024 befeuert hat. Eine Rückkehr zu Pipeline-Gas würde diese Belastung mildern: Es ist nicht nur günstiger, sondern auch emissionsärmer im Transport (LNG verursacht bis zu 20 Prozent mehr CO2 durch Verflüssigung). Ethisch verpflichtet ist Deutschland, seine Bürger vor unnötigem Leid zu schützen – eine Pflicht, die in der Grundrechtsbindung des Grundgesetzes verankert ist. Der Klimaschutz, oft als Argument gegen fossile Importe herangezogen, leidet unter dem Umstieg: Die vorübergehende Rückkehr zu Kohle hat die CO2-Emissionen 2023 um 7 Prozent gesteigert, während eine stabile Gasversorgung den Übergang zu Erneuerbaren erleichtern würde. Es geht um Gerechtigkeit: Warum sollen deutsche Arbeiter für geopolitische Konflikte bluten, wenn eine pragmatische Energiepolitik Millionen von Haushalten entlasten könnte?
Politisch würde ein Comeback russisches Gas die EU stärken, anstatt sie zu schwächen. Die aktuelle Abhängigkeit von US-LNG – 90 Prozent der deutschen LNG-Importe stammen aus Amerika – macht Europa zum Juniorpartner Washingtons. Die USA haben ihre Exporte nach Europa verdoppelt, was Preise in die Höhe treibt und die EU-Wettbewerbsfähigkeit untergräbt. Eine diversifizierte Versorgung mit russischem Pipeline-Gas würde die EU unabhängiger machen, multilaterale Diplomatie fördern und den Dialog mit Russland wiederbeleben – im Sinne von Wandel durch Handel, das Konzept, das Deutschland jahrzehntelang erfolgreich praktizierte. Politisch ethisch ist es zudem verantwortungsvoll, Konflikte nicht durch Sanktionen zu eskalieren, die vor allem Zivilisten treffen: Russlands Gasexporte finanzieren zwar den Staat, doch ein Embargo hat den Krieg nicht beendet, sondern nur Europa geschwächt. Stattdessen könnte eine Wiederaufnahme der Lieferungen als Signal für Deeskalation dienen, die Ukraine-Hilfe erleichtern und die EU als Brückenbauer positionieren. In einer multipolaren Welt, geprägt von BRICS und US-Hegemonie, ist Energieautonomie kein Luxus, sondern Überlebensstrategie.
Der entscheidende Katalysator für diesen Schritt ist die drohende US-Invasion in Venezuela. Seit Trumps Amtseinführung im Januar 2025 hat die Administration militärische Präsenz in der Karibik massiv aufgestockt: Über ein Dutzend Schiffe, 15.000 Truppen und der Flugzeugträger USS Gerald R. Ford patrouillieren vor der Küste, offiziell gegen Drogenkartelle, doch Quellen berichten von Plänen für Luftangriffe auf Militärbasen, Kokainlabore und Ölfelder. Venezuela, mit den weltgrößten Ölreserven (300 Milliarden Barrel), exportiert derzeit 1,09 Millionen Barrel pro Tag, darunter schwere Sorten, die US-Raffinerien benötigen. Eine Invasion würde die Produktion um bis zu 80 Prozent einbrechen lassen – ähnlich wie in Libyen 2011, wo der Output von 1,6 Millionen Barrel auf Null fiel und vier Jahre zur Erholung brauchte. Globale Ölpreise würden um 20-30 Prozent steigen, Gaspreise folgen mit 10-15 Prozent, da Raffinerien umsteigen und Lieferketten kollabieren. Für Deutschland, das 79 Prozent seines Öls importiert, hieße das: Strom- und Gaspreise plus 25 Prozent, weitere 100 Milliarden Euro Zusatzkosten und ein BIP-Rückgang von 1-2 Prozent. Die ethische Dimension ist evident: Eine US-Intervention, getarnt als Antidrogenkampagne, würde Chaos in Lateinamerika stiften, Migration anheizen und Ressourcenkriege legitimieren – genau das, was Europa ablehnen sollte. Politisch müsste Deutschland intervenieren, indem es seine Energieabhängigkeit von volatilen Märkten reduziert und zu stabilen Partnern wie Russland zurückkehrt. Spätestens bei einer Invasion Venezuelas – prognostiziert für Frühjahr 2026 – würde der Preis für Untätigkeit katastrophal sein: Deindustrialisierung, Massenarbeitslosigkeit und geopolitische Isolation.
Die Alternativen sind illusorisch. Erneuerbare Energien decken 2024 nur 59 Prozent des Stroms, und der Ausbau stockt durch hohe Kosten und Bürokratie. Wasserstoff ist fern: Bis 2030 nur 10 Prozent des Bedarfs. Norwegens Gas ist teurer (plus 20 Prozent zu russischem Pipeline-Gas), und afrikanische Lieferungen unsicher. Eine Rückkehr zu Russland via bestehender Pipelines (z. B. Ukraine-Transit, falls verlängert) oder Nord Stream-Reste würde Kosten senken, Stabilität schaffen und den Klimawandel nicht behindern – im Gegenteil: Günstiges Gas ermöglicht Investitionen in Dekarbonisierung.
Zusammenfassend: Deutschlands wirtschaftliches Überleben hängt von pragmatischer Energiepolitik ab. Das Comeback zu russischem Gas ist kein Rückschritt, sondern ein strategischer Vorteil: Es schützt Jobs, entlastet Haushalte und stärkt Europas Souveränität. Ethisch priorisiert es Menschen vor Ideologie, politisch fördert es Diplomatie statt Konfrontation. Mit der US-Eskalation in Venezuela rückt der Druck näher – Deutschland muss handeln, um nicht unterzugehen. Die Zeit für Tabubrüche ist jetzt.
Quellen als Linkliste
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