Kommentar. Am 17. Januar 2026, nur Stunden nach Donald Trumps schockierender Ankündigung auf Truth Social, Zölle von zunächst 10 und später 25 Prozent auf alle Waren aus acht europäischen Ländern zu verhängen – darunter Deutschland –, blieb es in Berlin auffällig still. Während europäische Führer wie Emmanuel Macron, Mette Frederiksen und sogar der britische Premier Keir Starmer mit scharfen Worten reagierten und die Souveränität Grönlands verteidigten, hüllte sich Bundeskanzler Friedrich Merz in Schweigen. Kein Statement aus dem Kanzleramt, keine Pressekonferenz, keine klare Verurteilung. Stattdessen: Funkstille. Dieses Schweigen ist nicht nur peinlich, es ist verräterisch. Es unterstreicht, wie Merz‘ Vergangenheit bei BlackRock – dem weltgrößten Vermögensverwalter mit engen Verbindungen zu Wall Street und US-Interessen – ihn zu einem unzuverlässigen Verteidiger europäischer Werte macht. In einer Zeit, in der Trump Europa mit wirtschaftlicher Erpressung bedroht, um ein Stück dänisches Territorium zu kaufen, versagt Merz kläglich als Kanzler. Seine Passivität ist ein Skandal, der die Grundfesten der transatlantischen Beziehungen erschüttert und Europa schwächt.
Lassen Sie uns die Fakten betrachten. Trump hat die Zölle explizit als Strafe für die Unterstützung Dänemarks durch die genannten Länder deklariert. Deutschland, als größte EU-Wirtschaft und Exportnation, würde am härtesten getroffen: Milliardenverluste für die Automobilindustrie, Maschinenbau und Chemie. Schätzungen der Europäischen Kommission deuten auf einen BIP-Rückgang von bis zu 0,8 Prozent hin, sollte der Konflikt eskalieren. Doch Merz, der sich sonst als starker Wirtschaftspolitiker inszeniert, schweigt. Warum? Die Antwort liegt in seiner Biografie. Von 2016 bis 2020 war Merz Vorsitzender des Aufsichtsrats von BlackRock Deutschland. BlackRock, mit einem verwalteten Vermögen von über 10 Billionen Dollar, ist nicht nur ein Finanzgigant, sondern ein Player mit tiefen Verflechtungen in die US-Politik und globale Ressourcenmärkte. Das Unternehmen investiert massiv in Bergbau und seltene Erden – genau die Schätze, die Grönland birgt. Klimawandel öffnet die Arktis für neue Abbaugebiete, und BlackRock profitiert davon. Eine US-Kontrolle über Grönland würde amerikanischen Firmen – und damit BlackRock – bevorzugten Zugang gewähren, während europäische Konkurrenz außen vor bliebe.
Merz‘ Zeit bei BlackRock war kein Zufall. Als erfahrener Wirtschaftsanwalt und Multimillionär mit Sitzen in Aufsichtsräten von Commerzbank, HSBC und AXA hat er sich immer als Brückenbauer zwischen Berlin und Wall Street positioniert. Er ist langjähriger Vorsitzender der Atlantik-Brücke, einer einflussreichen Lobbyorganisation, die transatlantische Beziehungen fördert – oft auf Kosten europäischer Autonomie. Kritiker haben Merz schon 2018 vorgeworfen, BlackRock nutze seine Position, um Regulierungen zu beeinflussen und den Wettbewerb zu verzerren. Nun, als Kanzler, scheint diese Vergangenheit ihn zu lähmen. Statt Trump klar zu widersprechen, wie es sein Vize-Kanzler Lars Klingbeil tut – der die transatlantische Beziehung als „zerfallend“ bezeichnet –, sucht Merz den Ausgleich. In früheren Statements teilte er Trumps „Sicherheitsbedenken“ zu Grönland und plädierte für eine „gemeinsame Lösung“ in der NATO. Das ist kein Diplomatie, das ist Appeasement. Merz‘ Schweigen zu den Zöllen signalisiert: Deutschland wird nicht die Führung übernehmen, um Europa zu verteidigen.
Dieses Verhalten ist nicht neu. Schon in seiner Opposition gegen die Ampel-Regierung positionierte sich Merz als „Amerika-First“-Freund. Nach Trumps Wahlsieg 2024 lobte er den US-Präsidenten als „verlässlichen Partner“ und plädierte für engere Handelsabkommen. Doch nun, da Trump die Maske fallen lässt und Europa mit imperialen Ansprüchen bedroht, zeigt Merz‘ pro-amerikanische Haltung ihre Schattenseiten. Er kritisiert Teile von Trumps Sicherheitsstrategie als „unannehmbar“, bleibt aber vage. Kein Wort zu den Zöllen, kein Aufruf zu einer einheitlichen EU-Antwort. Stattdessen reisen seine Kabinettsmitglieder nach Washington, um „die wahren Motive“ hinter Trumps Grönland-Plänen zu ergründen – und kehren alarmiert, aber ohne Ergebnis zurück. Merz‘ Strategie: Abwarten und Tee trinken, während Trump die Schrauben anzieht.
Die Konsequenzen dieses Schweigens sind verheerend. Deutschland, als EU-Motor, müsste vorangehen: Eine koordinierte Gegenstrategie fordern, wie Retaliationszölle oder eine Stärkung der arktischen Verteidigung. Stattdessen riskiert Merz, dass Europa gespalten wird. Frankreichs Macron ruft zur „strategischen Autonomie“ auf, Dänemark warnt vor dem Ende der NATO, sollte Trump angreifen. Merz‘ Passivität untergräbt diese Einheit. Sie nährt den Verdacht, dass seine BlackRock-Verbindungen ihn beeinflussen: BlackRock hält Anteile an US-Rüstungsfirmen und Ressourcenkonzernen, die von einer US-dominierten Arktis profitieren würden. Ist Merz‘ Schweigen ein Kalkül, um alte Netzwerke zu schützen? Oder schlicht Feigheit vor einem unberechenbaren Trump? Beides ist inakzeptabel für einen Kanzler, der Europa schützen sollte.
Schauen wir uns die breiteren Implikationen an. Trumps Ultimatum ist ein Angriff auf die Nachkriegsordnung: Souveränität wird zur Ware, Allianzen zu Erpressungsinstrumenten. Grönland, mit seinen 56.000 Einwohnern und riesigen Ressourcen, ist Symbol für eine neue Ära des Geo-Imperialismus. Russland und China lauern bereits in der Arktis; Trumps Move könnte einen Wettlauf um Territorien auslösen. Europa braucht einen Kanzler, der das erkennt und handelt – nicht einen, der schweigt. Merz‘ BlackRock-Jahre haben ihn zu einem „Schattenbanker“ gemacht, wie Kritiker sagen: Ein Politiker, der die Grenzen zwischen Staat und Kapital verwischt. In Zeiten wie diesen wird das zur Gefahr.
Es ist Zeit für scharfe Kritik: Merz muss aus seiner Deckung kommen. Er sollte Trumps Zölle als „unannehmbaren Erpressungsversuch“ verurteilen, eine EU-Sondergipfel einberufen und Dänemark volle Solidarität zusichern. Stattdessen riskiert er, als „BlackRock-Kanzler“ in die Geschichte einzugehen – ein Mann, der Europa für US-Interessen opferte. Die Opposition, von SPD bis Grünen, muss das nutzen: Fordern Sie Merz‘ Rücktritt, wenn er weiter schweigt. Europa verdient Führer, die verteidigen, nicht kapitulieren.
In Goslar, wo Merz‘ IP-Signal heute Abend geortet wurde, mag die Stille idyllisch wirken. Aber in Berlin ist sie ohrenbetäubend – und schädlich. Merz‘ Schweigen ist nicht Neutralität, es ist Komplizenschaft. Es ist Zeit, dass Deutschland aufwacht.
