Parallelen und Vergleich: ZDF-Volontariatsbewerbung vs. US-Einreisebestimmungen unter Trump

Durch | 13. Februar 2026

Der aktuelle Fall beim ZDF dreht sich um die Bewerbung für das Redaktionsvolontariat (Start Oktober 2026), bei der Bewerber gefragt werden: „Wie viele Follower/Abos hat Dein größter Social-Media-Account, falls Du einen betreibst?“ Der Sender betont, dass Social-Media-Erfahrung ein Plus ist, aber keine Pflicht – es geht um die Fähigkeit, Themen zu bearbeiten und Zielgruppen zu erreichen. Christina Kühnel (stellvertretende Leiterin Newsroom Unit) erklärte: Die Angabe zur eigenen Reichweite ist kein Bewertungskriterium, sondern ein Hinweis auf thematische Profile und Expertise. Dennoch sorgt die Frage für Verunsicherung, da viele befürchten, dass fehlende Follower Nachteile bringen und redaktionelle Qualitäten in den Hintergrund rücken.

Im Vergleich dazu hat die US-Regierung unter Trump (zweite Amtszeit ab 2025) Social-Media-Überprüfungen massiv ausgeweitet – als Teil von „extreme vetting“ zur nationalen Sicherheit. Basierend auf Executive Order 14161 und Folgeentscheidungen müssen Visa- und Einreisebewerber detaillierte Social-Media-Daten offenlegen.

Parallelen

  • Social Media als Bewertungsfaktor: Beide Systeme nutzen Social-Media-Daten, um Bewerber/ Reisende besser einzuschätzen. Beim ZDF geht es um Reichweite und digitale Kompetenz im Journalismus; in den USA um Risiken wie Extremismus, Antisemitismus oder „anti-amerikanische“ Haltungen. In beiden Fällen wird suggeriert, dass eine starke oder „saubere“ Online-Präsenz Vorteile bringt.
  • Verunsicherung und Kritik: Junge Bewerber beim ZDF fühlen sich benachteiligt, wenn sie keine Influencer-Profile haben – ähnlich warnen US-Experten vor Chilling-Effekten: Viele Touristen und Visa-Bewerber könnten Reisen meiden, aus Angst vor Missinterpretation von Posts, Selbstzensur oder Ablehnung. Beide Ansätze führen zu Debatten über Fairness und Überbewertung digitaler Spuren.
  • Optionale vs. erweiterte Integration: Das ZDF formuliert es als „Plus“ und freiwillig („falls“), doch die Abfrage allein löst Aufregung aus. In den USA ist es obligatorisch und invasiv – wer nicht mitmacht, riskiert Ablehnung.

Unterschiede

  • Verbindlichkeit und Konsequenzen: Beim ZDF ist die Angabe freiwillig und kein Ausschlusskriterium; eine niedrige Follower-Zahl führt nicht automatisch zur Absage. In den USA ist die Offenlegung zwingend: Fehlende oder verdächtige Daten können zu Visa-Verweigerung oder Einreiseverbot führen. Seit Dezember 2025 müssen H-1B-, H-4-, F-, M- und J-Visa-Bewerber Profile auf „public“ stellen; für ESTA (Visa-Waiver-Programm, z. B. EU-Bürger) wird eine 5-Jahres-Social-Media-Historie vorgeschlagen (Stand Februar 2026 noch in Kommentarphase, aber weit fortgeschritten).
  • Umfang der Abfrage: ZDF fragt nur nach Follower-Zahlen des größten Accounts (keine Inhalte, keine Handles). USA verlangen Social-Media-Identifiers (Handles) der letzten 5 Jahre, plus E-Mails (10 Jahre), Telefonnummern (5 Jahre), IP-Adressen, Metadaten, Familienkontakte und teils Biometrie (Selfies, Fingerabdrücke, DNA). Behörden prüfen aktiv auf Risiken.
  • Zweck und Kontext: ZDF will journalistische Vielfalt und digitale Expertise fördern (passend zu modernem Medienwandel). US-Politik ist sicherheitspolitisch: Schutz vor Terrorismus, öffentlicher Belastung oder ideologischen Bedrohungen – mit erweiterten Travel Bans für Dutzende Länder und Fokus auf „hateful ideology“ oder politische Posts.

Zusammenfassend: Beide Beispiele zeigen, wie Social Media in Auswahlprozesse eindringt – beim ZDF berufsspezifisch und mild, in den USA staatlich, invasiv und risikobasiert. Die Parallele liegt in der Verunsicherung durch Digitalisierung; der Unterschied in der Härte und Reichweite.

Verifizierte Quellen (Stand Februar 2026)

  • ZDF offizielle Volontariatsseite: https://www.zdf.de/unternehmen/karriere/volontariat/redaktionsvolontariat-106.html
  • DWDL.de Artikel zur Debatte und ZDF-Erklärung: https://www.dwdl.de/magazin/105478/muss_man_fuer_ein_volontariat_beim_zdf_bereits_influencer_sein
  • FOCUS online Bericht zur Kritik: https://www.focus.de/kultur/kino-tv/kritik-am-bewerbungsprozess-des-zdf-sender-muss-sich-erklaeren_16d5ef80-01c0-4000-967a-af9a840e318d.html
  • US Department of State Ankündigung zu erweiterter Screening (Dezember 2025): https://travel.state.gov/content/travel/en/News/visas-news/announcement-of-expanded-screening-and-vetting-for-h-1b-and-dependent-h-4-visa-applicants.html
  • Federal Register Vorschlag zu ESTA-Änderungen (Dezember 2025): https://www.federalregister.gov/documents/2025/12/10/2025-22461/agency-information-collection-activities-revision-arrival-and-departure-record-form-i-94-and
  • CNN Bericht zu potenziellen Auswirkungen auf Reisen: https://www.cnn.com/2026/01/28/travel/social-media-esta-proposal-world-travel
  • EPIC.org Analyse zu invasiven Datenerhebungen: https://epic.org/coming-to-america-the-government-wants-to-see-your-emails

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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