Wiesbaden (Labnews Media LLC) – Die Debatte über die Nutzung von Smartphones beschränkt sich nicht nur auf Kinder und Jugendliche. Eine aktuelle Pilotstudie des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) zeigt, dass auch das Handynutzungsverhalten von Erwachsenen in der Bevölkerung kritisch gesehen wird.
83 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, dass Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren weniger Zeit mit dem Smartphone verbringen sollten. Gleichzeitig fordern 73 Prozent der Teilnehmer, dass Erwachsene ihre Smartphone-Nutzung in der Freizeit stärker einschränken. Diese Haltung ist besonders ausgeprägt bei Personen mit Abitur sowie bei den über 50-Jährigen.
Die mit Abstand größte Zustimmung erhält die Forderung, dass Eltern in Gegenwart ihrer Kinder weniger Zeit am Smartphone verbringen sollten. 93 Prozent der Befragten teilen diese Ansicht – und zwar über alle Bildungs- und Altersgruppen hinweg. Auch unter Eltern selbst findet diese Position eine ebenso hohe Zustimmung.
Prof. Dr. C. Katharina Spieß, Direktorin des BiB, erklärte, die Ergebnisse ließen sich als breiter gesellschaftlicher Wunsch nach insgesamt weniger Smartphone-Zeit interpretieren – sowohl für Kinder und Jugendliche als auch für Erwachsene und insbesondere für Eltern. Die Studie zeige einen bemerkenswert breiten Konsens, der in anderen technologiebezogenen Debatten eher selten sei.

Die Ergebnisse stellen die Vorbildrolle von Erwachsenen gegenüber Kindern und Jugendlichen besonders in den Vordergrund. Familien seien der erste Bildungsort, an dem soziale Interaktionen erlernt und zwischenmenschliche Beziehungen geprägt würden. Eine hohe Präsenz von Smartphones bei Eltern verändere das familiäre Zusammenleben und habe eine unmittelbare Vorbildwirkung auf die nachfolgende Generation.
Die Pilotstudie „SENSE“ (Soziale Einstellungen zur Nutzung von Smartphones und deren Einschränkung an Schulen) wurde von der Gesellschaft für innovative Marktforschung (GIM) im Auftrag des BiB im Februar 2026 durchgeführt. Befragt wurden deutschlandweit 415 Personen ab 18 Jahren.
Die Ergebnisse liefern wichtige Impulse für die gesellschaftliche Diskussion über einen bewussteren Umgang mit digitalen Medien im Alltag – nicht nur bei Kindern und Jugendlichen, sondern auch bei Erwachsenen und Eltern.
