CEO-Wechsel in US-Konzernen auf Rekordhoch – selbst Erfolgsunternehmen trennen sich von ihren Chefs

Durch | 24. November 2025

Der Chefwechsel in großen US-Unternehmen hat 2025 deutlich an Fahrt aufgenommen – und trifft zunehmend auch erfolgreiche Firmen. Laut einer aktuellen Analyse von The Conference Board, Egon Zehnder, ESGAUGE und Semler Brossy (Stand Anfang Oktober 2025) liegt die CEO-Fluktuation in den S&P-500-Unternehmen bei voraussichtlich 13 Prozent – ein Sprung von 10 Prozent im Vorjahr und der höchste Wert seit Jahren. Im breiteren Russell 3000 liegt die Rate bei 11 Prozent.

Besonders auffällig: Selbst in den drei besten Leistungsquartilen (gemessen am Total Shareholder Return) stieg die Wechselquote von 7 auf 12 Prozent. Bei den schwächsten Unternehmen lag sie nur geringfügig höher (14 Prozent). Die Lücke zwischen Top- und Flop-Performern schrumpft damit erheblich. Experten sehen darin ein Zeichen für eine neue, proaktive Haltung der Aufsichtsräte: Nach den turbulenten Jahren der Pandemie und geopolitischer Unsicherheit werden nun längst geplante Nachfolgen umgesetzt, Strategiewechsel eingeleitet oder Führungsteams für neue Herausforderungen wie Digitalisierung, Nachhaltigkeit und geopolitische Spannungen neu aufgestellt.

Ein weiterer Trend: Externe Top-Manager werden wieder häufiger geholt. Im S&P 500 stieg der Anteil externer CEO-Ernennungen von 18 auf 33 Prozent – der höchste Wert seit acht Jahren. Damit rutscht der Anteil interner Beförderungen erstmals unter 70 Prozent. Aufsichtsräte setzen verstärkt auf frische Perspektiven von außen, um Transformationsprozesse zu beschleunigen oder völlig neue Kompetenzen ins Unternehmen zu holen.

Auch die Amtszeiten der ausscheidenden CEOs haben sich verlängert: In den S&P-500-Konzernen lagen sie im Schnitt bei neun Jahren (2024: sieben Jahre), im Russell 3000 bei acht Jahren. Viele langjährige Chefs scheiden nun geordnet aus, nachdem sie ihre Unternehmen durch schwierige Phasen gesteuert haben.

Ein Stillstand zeigt sich bei der Geschlechtervielfalt: Der Frauenanteil an der CEO-Spitze stagnierte 2025. Im S&P 500 bleibt er bei 48 weiblichen Vorstandsvorsitzenden, im Russell 3000 stieg er marginal von 7,6 auf 7,7 Prozent. Nach deutlichen Zuwächsen zwischen 2020 und 2024 ist der Fortschritt damit vorerst eingebrochen.

Die Studie unterstreicht: CEO-Nachfolge ist heute weniger eine Reaktion auf schlechte Zahlen, sondern ein strategisches Instrument der Unternehmenssteuerung. In einem Umfeld permanenter Veränderung setzen Aufsichtsräte verstärkt auf Neuausrichtung – unabhängig davon, ob der amtierende Chef erfolgreich war oder nicht.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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