Charité-Projekt STOP-CSAM reduziert Konsum von Missbrauchsabbildungen im Netz

Durch | 30. Juli 2025

Die Verbreitung und Nutzung von Missbrauchsabbildungen im Internet nimmt rasant zu. Das EU-Projekt STOP-CSAM (Scalable Technology for Online Prevention of Child Sexual Abuse & Child Abuse Materials), geleitet von der Charité – Universitätsmedizin Berlin, hat mit einer neuartigen therapeutischen Chat-Intervention erfolgreich gegengesteuert. Das anonyme und kostenfreie Angebot ermöglicht Personen mit einem Risiko für den Konsum solcher Inhalte, mit geschulten Therapeuten zu interagieren. Der Abschlussbericht bestätigt den Erfolg: Die Nutzungsdauer von Missbrauchsabbildungen sank um etwa die Hälfte, und die konsumierten Inhalte waren weniger drastisch.

Eine Person sitzt vor einem Laptop der auf einem Tisch steht Der Blick ist von hinten auf die Person gerichtet die einen hellen Pullover trägt und auf den Bildschirm schaut auf dem verschiedene Inhalte zu sehen sind
Bevor es dazu kommt Einladung zum therapeutischen Gespräch via interaktivem Chat Tool © Charité STOP CSAM | Peter Jeschke | Quelle Peter Jeschke | Copyright © Charité STOP CSAM | Peter Jeschke

Therapeutische Chat-Intervention

Das 2023 gestartete, von der Europäischen Kommission geförderte Projekt STOP-CSAM zielte darauf, potenziellen Tätern präventive Hilfe anzubieten. Über eine Online-Plattform konnten Betroffene Termine für anonyme Chat-Sitzungen in verschiedenen Sprachen vereinbaren. Von 5.029 Personen, die das Angebot wahrnahmen, nahmen 180 an vier Sitzungen teil, einige nutzten zusätzliche Booster-Sitzungen. Trotz einer hohen Abbrecherquote zeigte die Intervention bei den verbleibenden Teilnehmern messbare Erfolge. Die qualitative Auswertung der Chats offenbarte ein suchtähnliches Muster aus Gefühlen und Konsum.

Folgeprojekt TD-CHAT

Aufbauend auf STOP-CSAM startete das Folgeprojekt TD-CHAT, das die Selbsthilfe-Plattform Troubled Desire weiterentwickelt. Diese bietet mehrsprachige Selbsthilfe-Anleitungen und anonyme Chat-Sitzungen mit Therapeuten unter Schweigepflicht. TD-CHAT untersucht die Wirksamkeit dieses Konzepts wissenschaftlich und erweitert die verursacherbezogene Prävention. Die Forschenden betonen, dass der Konsum von Missbrauchsabbildungen die Schwelle für reale Übergriffe senkt. Prävention schützt somit sowohl Kinder auf Abbildungen als auch potenzielle Opfer im Alltag.

Projektstruktur und Kooperationen

STOP-CSAM wurde vom Institut für Sexualwissenschaft und Sexualmedizin der Charité in Kooperation mit der Trás-os-Montes e Alto Douro Universität (Portugal), der Technischen Universität Berlin, der Internationalen Universität Katalonien (Spanien) und dem Nationalen Institut für Mentale Gesundheit (Tschechien) umgesetzt, gefördert von der Europäischen Kommission. TD-CHAT wird mit der Internationalen Universität Katalonien und der Initiative Prevention Global (Moore Center, Johns Hopkins University, und Königliches Institut für Mentale Gesundheit, Kanada) fortgeführt, finanziert von der Oak Foundation.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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