Der AWO-Kreisverband Karlsruhe-Land ist Opfer eines Cyberangriffs geworden, bei dem Hacker mittels Ransomware die zentralen IT-Systeme des Verbands in Bruchsal lahmlegten. Die Attacke, die am vergangenen Mittwoch begann, führte zu einer Großstörung der IT-Infrastruktur. Die Verantwortung für den Angriff wird der kriminellen Lynx-Gruppe zugeschrieben, die laut AWO dem russischen Milieu zuzuordnen ist.
Die Schadsoftware blockierte den Zugriff auf die IT-Systeme, beginnend mit dem E-Mail-Programm, und die Angreifer forderten ein Lösegeld von 200.000 Euro für die Freigabe der Daten. Umgehend wurden die betroffenen Systeme isoliert und externe IT-Spezialisten mit der Untersuchung beauftragt. Bis spät in die Nacht arbeiteten Experten daran, die Systeme wiederherzustellen, sodass die zentrale IT-Infrastruktur am Folgetag wieder einsatzbereit war. Ob personenbezogene Daten entwendet wurden, ist noch nicht abschließend geklärt. Auf den Servern befinden sich unter anderem Arbeitsverträge der Beschäftigten, jedoch keine besonders sensiblen Daten.
Die AWO hat Anzeige bei der Polizei erstattet, und sowohl die Datenschutzaufsichtsbehörden als auch das Landeskriminalamt sind eingeschaltet. Um künftige Angriffe zu verhindern, plant der Verband, seine Sicherheitsmaßnahmen zu verstärken. Die Mitarbeitenden wurden bereits informiert und sollen eine Schulung zur Sensibilisierung erhalten.
Der AWO-Kreisverband Karlsruhe-Land betreibt rund 100 Einrichtungen mit über 1.000 Mitarbeitern, darunter Pflegeeinrichtungen, Kinder- und Jugendeinrichtungen, ein Inklusionsbetrieb, das Sozialkaufhaus „Schatzgrube“ sowie einen Catering-Service. Der Vorfall unterstreicht die wachsende Bedrohung durch Cyberkriminalität für soziale Einrichtungen und die Notwendigkeit robuster Schutzmaßnahmen in der digitalen Infrastruktur.
