Editorial: Sperrt die Epstein-Kumpane ein

Durch | 11. Februar 2026

Die massiven Veröffentlichungen des Justizministeriums im Januar 2026 – über 3,5 Millionen Seiten, 180.000 Bilder und 2.000 Videos – haben den Schleier endgültig zerrissen. Keine Ausreden mehr, keine geschwärzten Namen zum Schutz der Mächtigen. Die Epstein-Files legen offen, wie eng Donald Trump und Bill Clinton jahrelang mit Jeffrey Epstein verkehrten: gemeinsame Flüge, Abendessen, Partys, Zugang zu seinem inneren Kreis.

Das war kein flüchtiger Kontakt. Flugprotokolle, E-Mails, Zeugenaussagen und FBI-Zusammenstellungen zeigen: Diese Männer waren nicht zufällig in der Nähe – sie waren nah genug, um die Muster zu erkennen, die Gerüchte zu hören, die endlose Parade junger Mädchen zu sehen. Trump selbst soll 2006 gegenüber der Polizei in Palm Beach gesagt haben, „jeder wisse“, dass Epstein „das macht“, Ghislaine Maxwell nannte er „böse“ und zeigte sich erleichtert, als es irgendwann aufhörte. Und trotzdem blieb die Freundschaft bestehen – bis sie nicht mehr opportun war. Clintons Name taucht Dutzende Male in Reiseunterlagen und Vernehmungen auf; Epstein berief sich auf sein Aussageverweigerungsrecht, als es um ihre Verbindung ging.

Wissen ist keine Plausibilitätslücke – Wissen ist Mittäterschaft. Wer auf diesem Level jahrelang schweigt, während ein Raubtier vor aller Augen operiert, verdient keinen Bonus für Unwissenheit. Er wird zum Komplizen. Das Schweigen hat den Betrieb geschützt, den Missbrauch verlängert und weiteren Opfern die Tür geöffnet. In jedem normalen Kontext macht diese Art von bewusster Blindheit dich zum Mitwisser, nicht zum unbeteiligten Zuschauer.

Die Partei spielt hier keine Rolle. Trump oder Clinton, Republikaner oder Demokrat – der Maßstab ist derselbe. Niemand, der Epsteins Gastfreundschaft, seinen Zugang, seine „Freundschaft“ so lange genossen hat, kann ernsthaft behaupten, von den Gräueln nichts mitbekommen zu haben. Die Akten brauchen keinen direkten Tatbeweis für Beteiligung, um Verantwortung einzufordern – sie beweisen anhaltende, wissende Nähe zu dokumentiertem Bösen.

Das ist längst keine politische Debatte mehr – es geht um Gerechtigkeit. Die Überlebenden verdienen mehr als vage Erwähnungen und unbestätigte Behauptungen. Sie verdienen Prozesse, keine endlosen Ausflüchte.

Amtsenthebungsverfahren für jeden amtierenden Politiker, der belastet ist. Vollständige Kongressanhörungen. Strafrechtliche Ermittlungen, wo die Beweise es hergeben. Anklage und Haft für die Schuldigen – ohne Ausnahme. Präsidenten stehen nicht über dem Gesetz – sie unterliegen ihm umso strenger, je mehr Macht sie haben.

Die Epstein-Akten liegen offen. Die Wahrheit ist öffentlich. Jetzt handeln. Alles andere macht uns zu Komplizen beim nächsten Vertuschungsversuch.

Sperrt die Kumpane ein, die wussten und nichts taten. Kein Erbarmen für die Mächtigen, die Monster gewähren ließen.

Autoren-Avatar
LabNews Media LLC
LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände