Epstein-Akten: Fehlende Seiten werfen neue Fragen zu Trump-Vorwürfen auf

Durch | 5. März 2026

In den vom US-Justizministerium veröffentlichten Jeffrey-Epstein-Dokumenten fehlen nach Recherchen mehrerer US-Medien mehr als 50 Seiten mit Vernehmungsprotokollen und internen Notizen. Betroffen sind vor allem Unterlagen zu den Aussagen einer Frau, die 2019 – kurz nach Epsteins Verhaftung – schwere Vorwürfe gegen Donald Trump und Jeffrey Epstein erhoben hatte.

Die fehlenden Dokumente umfassen nach Angaben von Investigativjournalist Roger Sollenberger und Analysen von NPR, PBS sowie der „New York Times“:

  • Mehrere FBI-302-Memos (Zusammenfassungen von Zeugenvernehmungen), die die detaillierten Schilderungen der Anklägerin enthalten sollen
  • Interne Notizen und Bewertungen der ermittelnden FBI-Agenten zu ihrer Aussage
  • Korrespondenz zwischen FBI und Staatsanwaltschaft bezüglich der Glaubwürdigkeitsprüfung
  • Ergänzende Befragungsprotokolle aus Folgeterminen (mindestens zwei weitere Vernehmungen im Jahr 2019/2020)
  • Eventuell vorhandene Querverweise zu anderen Zeugenaussagen, die Trump oder Epstein erwähnen

Die Frau hatte laut den bereits bekannten Teilen der Akten angegeben, Epstein habe sie um 1983 im Alter von etwa 13 Jahren Trump vorgestellt. Es soll zu einem gewaltsamen sexuellen Übergriff gekommen sein: Trump habe sie mit Gewalt zu seinem entblößten Penis gedrückt, sie habe ihn gebissen, woraufhin er sie mit der Faust gegen den Kopf geschlagen und hinausgeworfen habe. Die Vorwürfe sind strafrechtlich nie verfolgt worden und wurden von Trump sowie dem Weißen Haus als „völlig erfunden“ zurückgewiesen. Die Sprecherin des Weißen Hauses, Abigail Jackson, erklärte, die Aktenfreigabe entlaste den Präsidenten „in Bezug auf alles, was mit Epstein zu tun hat, vollständig“.

Kritiker fragen nun: Warum fehlen ausgerechnet die detailliertesten Protokolle zu diesem Vorwurf? Das Justizministerium hat bislang keine Erklärung für die Lücken geliefert. Es wird spekuliert, ob Teile der Akten aus Datenschutzgründen, laufenden Ermittlungen oder aufgrund von Anordnungen höherer Stellen zurückgehalten wurden. Das Ministerium betont, die Veröffentlichung umfasse „Millionen Seiten“ und sei „so umfassend wie möglich“ erfolgt – räumt aber ein, dass technische oder redaktionelle Fehler bei der Digitalisierung und Freigabe nicht ausgeschlossen seien.

Die Lücken nähren weiter die Debatte über Transparenz und mögliche politische Einflussnahme bei der Aufarbeitung des Epstein-Komplexes.

(Quelle: Recherchen von Roger Sollenberger, NPR, PBS News, The New York Times sowie offizielle Veröffentlichungen des US-Justizministeriums, Stand 6. März 2026)

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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