Explodierende Staatsverschuldung unter Kanzler Merz nicht mehr tilgbar

Durch | 20. Dezember 2025

Unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU), der seit dem 6. Mai 2025 im Amt ist, steuert Deutschland auf das höchste Staatsdefizit seit der Wiedervereinigung zu. Die Bundesbank prognostiziert in ihrem jüngsten Monatsbericht ein Defizit von 4,8 Prozent der Wirtschaftsleistung bis 2028, getrieben durch massive Investitionen in Verteidigung, Infrastruktur und Sozialausgaben. Experten warnen, dass diese Entwicklung die öffentlichen Finanzen langfristig überfordern könnte, da das Defizit ohne radikale Sparmaßnahmen nicht mehr tilgbar ist. Die absolute Staatsverschuldung liegt derzeit bei rund 2,73 Billionen Euro, was einer Quote von etwa 63 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) entspricht – und steigt bis 2028 auf 68 Prozent.

Merz‘ Regierung, eine Koalition aus CDU/CSU und SPD, hat kurz nach der Bundestagswahl im September 2025 die Schuldenbremse gelockert, um ein Billionen-Paket für Verteidigung und Infrastruktur zu finanzieren. Dazu gehören ein 500-Milliarden-Euro-Fonds für Infrastruktur sowie Ausnahmen für Verteidigungsausgaben oberhalb eines Prozents des BIP. Merz verteidigte diese Schritte mit Verweis auf die Sicherheitslage in Europa und die Notwendigkeit, die Wirtschaft anzukurbeln. Die Bundesbank schätzt, dass diese Maßnahmen zwar kurzfristig das BIP um 1,3 Prozentpunkte zwischen 2025 und 2028 steigern könnten – jeder investierte Euro generiert etwa 70 Cent zusätzliche Wirtschaftsleistung –, doch langfristig zu Einnahmeausfällen durch Steuersenkungen und höheren Transferleistungen führen. Das Defizit verstößt damit gegen die im Grundgesetz verankerte Schuldenbremse, die die Neuverschuldung auf 0,35 Prozent des BIP begrenzt.

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Die absolute Staatsverschuldung hat sich bereits im ersten Quartal 2025 auf 2,52 Billionen Euro erhöht, ein Plus von 0,6 Prozent zum Vorquartal. Bis Ende 2025 könnte sie auf 2,73 Billionen Euro klettern, bei einem BIP-Wachstum von nur 0,1 bis 0,2 Prozent in diesem Jahr. Die Bundesbank fordert dringende Gegenmaßnahmen, da unklar sei, wie die Regierung die Fiskalregeln bis 2028 einhalten wolle. Merz, der vor seiner Kanzlerschaft die Schuldenbremse als „Schutzschirm“ verteidigt hatte, argumentiert nun, dass Investitionen in Umwelt, Bildung und Innovationen unvermeidbar seien, um den Strukturwandel zu meistern.

Warum das Defizit nicht mehr tilgbar ist, lässt sich an einer einfachen Projektion zeigen: Ausgehend von der Bundesbank-Prognose für 2028 (Schuldenquote 68 Prozent, Defizit 4,8 Prozent) und unter Annahme eines konstanten Defizits, eines Nominalzinses von 3 Prozent (aktuell typisch für deutsche Staatsanleihen) sowie einer Wachstumsrate von 1 Prozent (basierend auf langfristigen Prognosen) wächst die Quote exponentiell. Die Formel zur Veränderung der Schuldenquote lautet approximativ: ?Quote = Defizit + (Zinsrate – Wachstumsrate) × Quote.

  • Start 2028: Quote = 68 Prozent
  • 2029: Quote = 68 + 4,8 + (3-1) × 0,68 = 68 + 4,8 + 1,36 = 74,16 Prozent
  • 2030: Quote = 74,16 + 4,8 + 2 × 0,7416 ? 80,44 Prozent
  • 2031: ? 86,85 Prozent
  • 2032: ? 93,39 Prozent
  • 2033: ? 100,06 Prozent
  • 2034: ? 106,86 Prozent
  • 2035: ? 113,80 Prozent
  • 2036: ? 120,87 Prozent
  • 2037: ? 128,09 Prozent
  • 2038: ? 135,45 Prozent
  • 2039: ? 142,96 Prozent
  • 2040: ? 150,62 Prozent
  • 2041: ? 158,43 Prozent
  • 2042: ? 166,40 Prozent
  • 2043: ? 174,53 Prozent
  • 2044: ? 182,82 Prozent
  • 2045: ? 191,27 Prozent
  • 2046: ? 199,90 Prozent
  • 2047: ? 208,70 Prozent
  • 2048: ? 217,67 Prozent

Bei anhaltendem Defizit und höheren Zinsen als Wachstum (was seit Jahren der Fall ist) würde die Quote innerhalb von 20 Jahren auf über 200 Prozent explodieren. Die Zinslast allein würde dann jährlich Hunderte Milliarden Euro betragen, was weitere Kürzungen oder Steuererhöhungen erzwingt und die Tilgung unmöglich macht, ohne Inflation oder Schuldenrestrukturierung. Die Bundesbank betont, dass selbst mit moderater Quote im Vergleich zu Italien oder Frankreich (über 100 Prozent) der Trend unhaltbar sei.

Opposition und Wirtschaftsinstitute wie das ifo-Institut kritisieren, dass der Strukturwandel – etwa durch Energiewende und Demografie – zusätzliche Belastungen schaffe. Merz‘ Regierung plant weitere Ausgaben, etwa im Kontext des EU-Biotech-Acts, was die Verschuldung weiter antreiben könnte. Finanzminister Christian Lindner (FDP) räumte ein, dass Sparpotenziale ausgeschöpft seien, doch Merz lehnt eine schnelle Reform der Schuldenbremse ab. Experten fordern eine Rückkehr zur Fiskaldisziplin, um eine Schuldenkrise wie in den 1990er Jahren zu vermeiden.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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