Feldraine: Stiefkinder der Landwirtschaft

Durch | 31. Oktober 2024

Spazierengehen ist etwas Tolles: Man bewegt sich an der frischen Luft, freut sich am Duft des Herbstes, schaut nach den Kranichen, die in ihr Winterquartier ziehen und lässt den Blick über die Landschaft schweifen. Nur genau hinsehen und reflektieren, was man sieht, sollte man nicht. Denn die Raine an Äckern, Weiden und Wiesen sind die Stiefkinder der Landwirtschaft. Das ganze Jahr über liegen sie entweder mit zerheckseltem, vor sich hinrottendem Grün vor uns, oder sie bestehen praktisch nur aus Gras und Brennnesseln.

Links des Weges Gras rechts Brennnesseln   das ist das Bild das sich übers Jahr in der Feldflur bietet Foto augenAUFblog
Links des Weges Gras rechts Brennnesseln das ist das Bild das sich übers Jahr in der Feldflur bietet Foto augenAUFblog

Feldraine werden mehrfach im Jahr per Mulchmahd geschnitten. Die kreiselnden Werkzeuge des Mulchmähers schroten dabei nicht nur den Bewuchs, sondern alles, was sich darin befindet – von der Raupe bis zum Laufkäfer. Zusätzlich zu dem aus der konventionellen Landbewirtschaftung eingetragenem Zuviel an Nährstoffen und Pestiziden haben sich über die Jahrzehnte eintönige Gras- oder Brennnessel-Monokulturen gebildet. Nirgends sieht man Wildblumen – auch solche nicht, die man früher als Allerweltsarten bezeichnet hat. Und was im Sommer keine Samen bildet, fehlt den Tieren im Herbst – inklusive den Zugvögeln.

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