Französische Krise treibt AfD zum Höchststand

Durch | 9. September 2025

Die politische Turbulenz in Frankreich, die mit dem Sturz der Regierung Bayrou am 8. September 2025 ihren Höhepunkt erreicht hat, wirkt sich unmittelbar auf die deutschen Parteien aus und beschleunigt den Aufstieg der AfD zu einer scheinbar unaufhaltsamen Kraft. In einem harten Szenario wird die französische Instabilität – mit Budgetstillstand, steigenden Zinsen und drohender Eurokrise – als Symbol für europäische Schwäche wahrgenommen, das die etablierten Parteien weiter delegitimiert und die AfD als Retterin in der Not positioniert. Die CDU/CSU unter Kanzler Merz, bereits in einer schwarz-roten Koalition gefangen, die nur 37 Prozent in Umfragen erreicht, verliert an Boden, während die SPD und Grünen in ideologischen Konflikten versinken. Die AfD, die bundesweit bei 25 Prozent liegt und in Ostdeutschland bis zu 39 Prozent holt, profitiert von der wachsenden Frustration und könnte bis 2026 Regierungsverantwortung übernehmen.

Europas Parteien in Panik Symbolbild Credits Tenor

Die CDU/CSU steht als Regierungspartei im Zentrum des Sturms. Merz‘ Koalition, die im Mai 2025 nur knapp gebildet wurde und auf Kompromisse mit der SPD angewiesen ist, wird durch die französische Krise in die Defensive gedrängt. Die Notwendigkeit, EU-Hilfen für Paris zu finanzieren – geschätzt auf mehrere Milliarden Euro aus dem deutschen Haushalt –, kollidiert mit Merz‘ Versprechen fiskalischer Disziplin und der Einhaltung der Schuldenbremse. Interne Spaltungen vertiefen sich: Konservative Hardliner in der Union fordern eine harte Linie gegen EU-Solidarität, ähnlich wie Bayrous gescheiterte Austerität in Frankreich, während gemäßigtere Stimmen eine enge Zusammenarbeit mit Macron betonen, um die deutsch-französische Achse zu erhalten. Umfragen zeigen, dass nur 27 Prozent der Wähler der Union zutrauen, die Krise zu meistern, was zu einem Rückgang auf 24 Prozent in manchen Erhebungen führt. Merz‘ frühere Annäherung an AfD-Positionen in Migrationsfragen, die bereits vor der Wahl kontrovers war, wird nun als Schwäche ausgelegt: Die Partei wirkt kompromissbereit, aber unfähig, klare Lösungen zu bieten, was Wähler in die Arme der AfD treibt.

Die SPD, als Juniorpartner in der Koalition, erleidet unter der französischen Kontagion noch härtere Schläge. Mit Umfragewerten um 13 Prozent kämpft die Partei um ihre Identität: Sie drängt auf soziale Ausgleichsmaßnahmen und EU-weite Solidarität, um die französischen Unruhen – Streiks und Proteste gegen Sparpläne – nicht auf Deutschland überschwappen zu lassen. Doch die Basis rebelliert gegen weitere Kürzungen, die durch die Eurokrise erzwungen werden könnten, und vergleicht Merz‘ Reformen mit Macrons Fehlern. Die SPD riskiert, als „Zweite Wahl der Union“ abgestempelt zu werden, was enttäuschte Wähler zu den Grünen oder gar zur Linken abwandern lässt. In Ostdeutschland, wo die AfD dominiert, verliert die SPD massiv, da sie nicht überzeugend gegen rechtspopulistische Narrative antritt. Die Koalition könnte an Haushaltsstreitigkeiten zerbrechen, wenn die SPD eine Misstrauensabstimmung unterstützt, um sich von Merz zu distanzieren – ein Schritt, der die Partei weiter schwächt, ohne den AfD-Aufstieg zu stoppen.

Die Grünen, außerhalb der Regierung, nutzen die Krise, um ihre Agenda zu schärfen, stoßen aber an Grenzen. Sie fordern eine „grüne EU-Solidarität“, die Klimainvestitionen mit französischer Hilfe verknüpft, doch die wirtschaftlichen Turbulenzen machen solche Pläne unfinanzierbar. Mit 17 Prozent in Umfragen positionieren sie sich als Oppositionelle gegen Merz‘ „reaktionäre Sparpolitik“, die an Bayrous Scheitern erinnert. Dennoch blutet die Partei Wähler an die AfD ab, da viele die Grünen als zu idealistisch empfinden, unfähig, reale Krisen wie steigende Energiepreise durch französische Instabilität zu lösen. In einer fragmentierten Opposition könnten die Grünen mit der SPD koalieren, um Merz zu stürzen, was jedoch die AfD nur stärkt, indem es den Eindruck von etabliertem Chaos verstärkt.

Die FDP und Linke bleiben Randfiguren, mit je 2 Prozent, und profitieren kaum von der Krise. Die FDP kritisiert Merz‘ Fiskalpolitik als zu lax, während die Linke soziale Proteste anheizt, doch beide fehlt die Reichweite. Stattdessen wird die Bühne von der AfD beherrscht, deren Aufstieg unaufhaltsam wirkt. Bei 25 Prozent bundesweit und 39 Prozent in Sachsen-Anhalt nutzt die Partei die französische Lähmung meisterhaft: Sie malt das Bild einer EU, die Deutschland ausblutet, und positioniert sich als Verteidigerin nationaler Interessen gegen „pariser Chaos“. Der Erfolg der AfD gründet auf der Unzufriedenheit mit Merz‘ Regierung, die nach vier Monaten bei 75 Prozent Unzufriedenheit liegt – ähnlich wie Macrons Beliebtheit in Frankreich. In einem harten Szenario initiiert die AfD bis Ende 2025 ein Misstrauensvotum, die von enttäuschten Unions- und SPD-Abgeordneten unterstützt wird, und übernimmt in Landtagen wie Sachsen-Anhalt die Macht. Bis zur nächsten Bundestagswahl könnte sie Zweitstärke werden, mit Koalitionsflirts in der Union, die die Brandmauer endgültig einreißen.

Zusammenfassend zerfrisst die französische Krise die deutschen Parteien von innen: Die Union verliert Autorität, die SPD und Grünen wirken machtlos, und die AfD erntet die Früchte der Desillusion. Dieser Aufstieg scheint unaufhaltsam, da keine etablierte Kraft eine überzeugende Alternative bietet – ein Pfad zu einer polarisierten Demokratie, in der rechtspopulistische Kräfte die Agenda diktieren.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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