Der US-Technologieriese Google hat eine Investition in Höhe von 5 Milliarden Pfund in das Vereinigte Königreich angekündigt, um die wachsende Nachfrage nach Künstlicher Intelligenz (KI)-Diensten zu decken. Die Ankündigung erfolgt kurz vor dem Staatsbesuch von US-Präsident Donald Trump und unterstreicht die Stärkung der transatlantischen Wirtschaftsbeziehungen. Die Finanzministerin Rachel Reeves öffnete am Dienstag das neue Rechenzentrum des Unternehmens in Waltham Cross, Hertfordshire, und bezeichnete die Maßnahme als starkes Bekenntnis zur britischen Wirtschaft.
Die Investition umfasst über zwei Jahre Kapitalausgaben, Forschung und Entwicklung sowie verwandte Ingenieurarbeiten und soll Tausende neuer Arbeitsplätze schaffen. Schätzungen gehen von jährlich 8.250 Jobs aus, die direkt und indirekt durch Lieferketten entstehen. Das Rechenzentrum, das mit Kosten von rund 1 Milliarde Dollar (ca. 735 Millionen Pfund) errichtet wurde, wird Dienste wie Google Cloud, Workspace, Search und Maps unterstützen. An der Bauphase waren mehr als 250 Unternehmen beteiligt, von denen die Mehrheit lokal ansässig ist. Die Einrichtung soll die britische KI-Wirtschaft vorantreiben und bis 2030 einen Beitrag von bis zu 400 Milliarden Pfund zur Wirtschaft leisten.
Ein signifikanter Teil der Mittel fließt in Google DeepMind, das London-basierte KI-Forschungslabor, das von Nobelpreisträger Demis Hassabis geleitet wird. DeepMind, das 2010 in Großbritannien gegründet wurde, konzentriert sich auf bahnbrechende Anwendungen in Wissenschaft und Gesundheitswesen. Die Investition soll Innovationen in Bereichen wie Cybersicherheit und sozialen Diensten fördern und das Land als globalen KI-Hub positionieren. Ruth Porat, Präsidentin und Chief Investment Officer von Alphabet (Googles Mutterkonzern), hob die reichen wissenschaftlichen Chancen im Vereinigten Königreich hervor und verwies auf die Regierungsinitiative AI Opportunities Action Plan als unterstützenden Faktor.
Politischer Kontext und weitere Investitionen
Die Ankündigung fällt in eine Phase wirtschaftlicher Herausforderungen für Großbritannien, wo die Regierung unter Druck steht, Wachstum zu fördern. Reeves betonte, dass die Investition die Stärke der US-Partnerschaft demonstriere und langfristig Jobs und Wohlstand schaffe. Analysten sehen darin ein positives Signal, warnen jedoch, dass weitere Maßnahmen notwendig sind, um den vollen Nutzen der KI-Boom zu realisieren. Die US-Regierung hatte in Verhandlungen die britische Digital Services Tax kritisiert, die Tech-Unternehmen wie Google belastet, doch dies spiele in den aktuellen Ankündigungen keine Rolle.
Vor Trumps Besuch, der am Mittwoch beginnt, werden weitere Milliardeninvestitionen von US-Tech-Firmen erwartet. OpenAI, das Unternehmen hinter ChatGPT, und Nvidia sollen ebenfalls Ankündigungen zu Datenzentren tätigen. Microsoft hat kürzlich eine 30-Milliarden-Dollar-Investition im Vereinigten Königreich bis 2028 bestätigt, darunter 15,5 Milliarden Dollar zusätzliche Kapitalausgaben. Diese Entwicklungen unterstreichen die strategische Bedeutung Großbritanniens für die globale KI-Entwicklung, trotz anhaltender geopolitischer Spannungen.
Auf Plattformen wie X (ehemals Twitter) wird die Investition positiv aufgenommen: Nutzer und Branchenvertreter heben die Job-Schaffung und die Stärkung der UK-Tech-Szene hervor, während einige die langfristigen wirtschaftlichen Effekte diskutieren.
Hinweis: Dieser Bericht basiert auf der Meldung von The Guardian sowie ergänzenden Berichten aus BBC, CNBC und X-Diskussionen. Weitere Details zur Investition sind auf der Google-Website verfügbar.
