Hightech-Drohnen bergen Risiken für terroristische Nutzung

Durch | 18. August 2025

Der Einsatz von Drohnen hat die moderne Kriegsführung grundlegend verändert, doch ihre zunehmende Verfügbarkeit und Leistungsfähigkeit birgt auch Gefahren. Eine Analyse der Monash University warnt davor, dass die kostengünstige und leicht zugängliche Drohnentechnologie von extremistischen Gruppen missbraucht werden könnte, und fordert dringende politische Maßnahmen, um diesem Risiko entgegenzuwirken.

In der ukrainischen Operation „Spiderweb“ im Juni 2024 führten koordinierte Drohnenangriffe tief in russischem Gebiet zu erheblichen Schäden. Ebenso setzte Israel bei der Operation „Rising Lion“ Drohnen ein, um iranische Luftabwehrsysteme gezielt auszuschalten. Diese Operationen verdeutlichen, wie effektiv auch kostengünstige Drohnen als Präzisionswaffen eingesetzt werden können. In der Ukraine werden Drohnen für bis zu 70 Prozent der Verluste an der Front verantwortlich gemacht.

Die Verfügbarkeit von Drohnen ist durch technologische Fortschritte gestiegen: Sie sind erschwinglicher, schneller und haben eine größere Reichweite. Nichtstaatliche Akteure, darunter Terrorgruppen, könnten diese Technologie nutzen, um Angriffe durchzuführen. Beispiele wie der Drohnenangriff der Huthi-Milizen 2020 im Jemen, bei dem 79 Menschen getötet wurden, oder der Angriff der Kataib-Hisbollah 2024 in Jordanien, bei dem US-Soldaten starben, zeigen, dass solche Szenarien bereits Realität sind.

Besonders besorgniserregend ist die Bedrohung kritischer Infrastruktur. Zwischen 2015 und 2019 wurden in den USA 57 Drohneneinsätze über nuklearen Anlagen registriert. In London und Sydney führten Drohnen zu vorübergehenden Flughafenschließungen. Diese Vorfälle verdeutlichen die Verwundbarkeit ziviler Ziele. Insbesondere extremistische Gruppen, die Ideologien wie den „Akzelerationismus“ verfolgen, könnten Drohnen nutzen, um öffentliche Panik auszulösen oder systemische Zusammenbrüche zu provozieren.

Ein zentrales Problem ist die mangelnde Regulierung. Viele kommerzielle Drohnen verfügen nicht über Geofencing-Funktionen, die den Zugang zu sensiblen Lufträumen verhindern. Selbstgebaute Drohnen, oft mit 3D-gedruckten Komponenten, können Sicherheitsvorkehrungen umgehen. Gegenmaßnahmen wie Signalstörer oder Netz-Interzeptoren sind teuer und nicht flächendeckend verfügbar.

Experten fordern strengere Kontrollen beim Drohnenkauf, verpflichtende Sicherheitsfunktionen und die Regulierung von Drohnenteilen, insbesondere 3D-gedruckten Komponenten. Vorschläge umfassen die Einführung digitaler Wasserzeichen für gedruckte Teile und die Regulierung von Bauplänen für Drohnenkomponenten, wie es in Großbritannien für 3D-gedruckte Waffenteile diskutiert wird. Solche Maßnahmen könnten die Kosten und Risiken für Extremisten erhöhen und Behörden die Verfolgung illegaler Drohnenproduktion erleichtern.

Ohne schnelle und umfassende politische Maßnahmen besteht die Gefahr, dass Drohnen zunehmend als Werkzeuge für Terroranschläge genutzt werden. Die Analyse betont die Dringlichkeit, technologische Innovationen von Extremisten zu antizipieren und wirksame Gegenstrategien zu entwickeln, um den Himmel als potenziellen Angriffsvektor zu sichern.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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