Hohe Teuerung und soziale Herausforderungen in Österreich

Durch | 3. Oktober 2025

Die Lebenshaltungskosten in Österreich steigen unverhältnismäßig stark, insbesondere bei Grundbedürfnissen wie Strom, Lebensmitteln und Mieten. Laut aktuellen Daten liegt die Inflation in Österreich im September bei 3,9 Prozent, fast doppelt so hoch wie der Euroraum-Durchschnitt von 2,2 Prozent. Besonders die Strompreise treiben die Kosten in die Höhe: Während diese im Euroraum im August um 0,8 Prozent sanken, stiegen sie in Österreich um 17 Prozent. Auch Lebensmittel (plus 5 Prozent) und Mieten (plus 4,4 Prozent) verteuern sich hierzulande deutlich stärker als im europäischen Durchschnitt (3,2 Prozent bzw. 2,9 Prozent). Diese Entwicklung belastet vor allem Haushalte, die auf Grundbedürfnisse angewiesen sind, und verschärft die finanzielle Not vieler Menschen.

Personalmangel in systemrelevanten Branchen verschärft sich
In den Bereichen Sozialwirtschaft und Eisenbahn spitzt sich der Arbeitskräftemangel zu. Verhandlungen über Kollektivverträge in diesen Sektoren verdeutlichen die Dringlichkeit höherer Löhne, um dem Mangel an Pflegekräften und Elementarpädagog:innen entgegenzuwirken. Daten zeigen, dass in der Sozialwirtschaft auf eine arbeitslose Person bis zu vier offene Stellen bei diplomierten Gesundheits- und Krankenpfleger:innen kommen. Auch bei Elementarpädagog:innen und Fach-Sozialbetreuer:innen übersteigt die Nachfrage das Angebot deutlich. Überdurchschnittliche Lohnsteigerungen werden als notwendig erachtet, um diese systemrelevanten Berufe attraktiver zu machen.

Bildungskarenz-Reform: Fortschritt mit Einschränkungen
Die Reform der Bildungskarenz, nun „Weiterbildungszeit“ genannt, bringt Verbesserungen für Niedrigverdiener: In den untersten Einkommensgruppen steigt das Weiterbildungsgeld um bis zu 449 Euro monatlich. Dennoch bleibt das Niveau unter der Armutsgefährdungsschwelle von 1.661 Euro. Verschärfte Zugangsvoraussetzungen könnten zudem Frauen benachteiligen, die häufiger in Teilzeit arbeiten oder Erwerbsunterbrechungen durch Betreuungsaufgaben haben. Studien zeigen, dass die bisherige Bildungskarenz für Mütter eine wichtige Rückkehr ins Berufsleben erleichterte, doch die neuen Regeln orientieren sich stärker an kontinuierlichen Vollzeitkarrieren.

Gesellschaftliche und wirtschaftliche Debatten
Die steigenden Lebenshaltungskosten lösen Forderungen nach politischen Maßnahmen aus. Experten kritisieren, dass Lohnzurückhaltung zu realen Einkommensverlusten führt und das Staatsbudget belastet. Stattdessen wird ein Eingriff in die Preisgestaltung, insbesondere bei Lebensmitteln, gefordert, um die Kaufkraft von Beschäftigten und Pensionist:innen zu sichern. Ohne solche Maßnahmen droht ein Teil der Mittelschicht in die Armut abzurutschen, während Unternehmensgewinne steigen. Auch im Bildungsbereich verschärft sich die Lage: Studierenden-Wohnheime werden immer teurer, wodurch Studieren zunehmend zum Privileg wird.

Kulturelle und mediale Aktivitäten
Das Momentum Institut feiert am 10. Oktober seinen sechsten Geburtstag mit einer Veranstaltung in Wien, die Musik und Drinks verspricht. Zudem startet am 15. Oktober eine Kooperation mit OKTO TV, bei der wöchentlich Dokus und Reportagen des Momentum Instituts ausgestrahlt werden. In den Medien wird die hohe Teuerung in Österreich breit diskutiert, unter anderem in Berichten von ORF, Der Standard und PULS24, die die prekäre Lage vieler Haushalte thematisieren.

Die Entwicklungen verdeutlichen die Dringlichkeit, gezielte Maßnahmen gegen die Teuerung und den Arbeitskräftemangel zu ergreifen, um die Lebensqualität in Österreich zu sichern.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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