Jeffrey Epstein pflegte Kontakte zu Prominenten wie Elon Musk, Bill Gates, Bill Clinton und Donald Trump. Doch sein engster Kreis blieb klein und weitgehend anonym. Diese wenigen Vertrauten – Anwalt, Buchhalter, Assistentin, Pilot, Modelscout und Ex-Freundin – koordinierten über Jahre seinen Alltag, seine Geschäfte, Immobilien und Finanzen. Neue Erkenntnisse aus den im Januar 2026 freigegebenen Justizdokumenten beleuchten ihre Rollen. Viele bestreiten jegliches Fehlverhalten und behaupten, nichts von Epsteins Sexhandel und Missbrauch gewusst zu haben. Einige sind für Aussagen vor dem US-Repräsentantenhaus geladen.
Lesley Groff – die Executive Assistant
Groff arbeitete ab 2001 für Epstein und managte seinen Terminkalender, Reisen und Kontakte zu Prominenten. Epstein lobte sie als unverzichtbar; bei ihrer Schwangerschaft 2004 kaufte er ihr einen Mercedes und finanzierte eine Nanny, damit sie weiterarbeiten konnte. Opfer identifizierten sie als erste Ansprechpartnerin für Massagetermine – oft der Rahmen für Epsteins Missbrauch. FBI-Protokolle berichten, Groff habe Termine koordiniert und Geldanfragen bearbeitet. In E-Mails buchte sie Reisen für Epstein und zahlreiche Frauen. Ihr Name tauchte im umstrittenen Florida-Nichtverfolgungsabkommen von 2008 auf, das potenzielle Mitwisser schützte. Groff bestreitet Kenntnis von Missbrauch; Zivilklagen gegen sie wurden fallengelassen.
Darren Indyke – der Anwalt
Indyke begann in den 1980er Jahren in einer kleinen Kanzlei für Epstein zu arbeiten und war ab 1996 ausschließlich für ihn tätig. Über 25 Jahre erstellte er Firmenkonstruktionen, verwaltete Vermögen und hob große Bargeldbeträge ab – oft Zehntausende Dollar auf einmal. Banken meldeten verdächtige Aktivitäten. In E-Mails organisierte er anonyme Firmengründungen und Bargeldabhebungen. Als Testamentsvollstrecker richtete er mit Richard Kahn einen Opferfonds ein (Auszahlung ca. 125 Millionen US-Dollar). Eine Sammelklage wegen angeblicher Mitwirkung am Sexhandel wurde kürzlich verglichen (bis zu 35 Millionen US-Dollar, ohne Schuldeingeständnis). Indyke bestreitet jede Kenntnis von Missbrauch und kooperiert mit dem House Oversight Committee (Aussage 19. März 2026).
Richard Kahn – der Buchhalter
Kahn stieg 2005 als Inhouse-Buchhalter ein und wurde zum zentralen Verwalter von Epsteins Vermögen. Er koordinierte Überweisungen, unterschrieb Schecks, zahlte Steuern und verteilte Gelder an Bekannte Epsteins – darunter Geschenkkarten, Studiengebühren und Bargeld. E-Mails zeigen Zahlungen an „the girls“, Luxusgeschenke (z. B. Hermes-Tasche an Kathy Ruemmler) und Renovierungen. Epstein plante ihm 25 Millionen US-Dollar im Testament. Kahn bestreitet Kenntnis von Missbrauch; er kooperiert mit dem Oversight Committee (Aussage 11. März 2026).
Jean Luc Brunel – der Modelscout
Brunel traf Ghislaine Maxwell in den frühen 1990er Jahren und gründete 2005 mit Epsteins finanzieller Unterstützung (ca. 1 Million US-Dollar) die Agentur MC2 Models. Opfer berichten, Brunel habe Epstein junge Frauen zugeführt. E-Mails zeigen Austausch von Fotos und Logistik für Castings. Brunel besuchte Epstein regelmäßig im Gefängnis (2008/09). 2015 kam es zum Bruch; Brunel verklagte Epstein erfolglos. Verhandlungen über Immunität gegen Aussage scheiterten. Brunel wurde nie strafrechtlich belangt.
Die Dokumente zeigen ein enges Netz aus Vertrauten, die Epsteins Leben organisierten – von Terminen über Finanzen bis zu Reisen. Viele erhielten hohe Summen im Testament. Während Ghislaine Maxwell als einzige Mitangeklagte verurteilt wurde, stehen Kahn und Indyke nun vor dem Kongress.
