Israelische Rüstungsfirmen streben Verkauf von Loitering-Munition an Estland an

Durch | 5. März 2026

Mehrere israelische Rüstungsunternehmen haben beim israelischen Verteidigungsministerium die Genehmigung für den Export hochmoderner Loitering-Waffensysteme (Kamikaze-Drohnen) nach Estland beantragt. Dies berichtet der israelische Rüstungskorrespondent Arie Egozi.

Estland hatte bereits am 6. Dezember 2024 eine Rahmenvereinbarung im Wert von 400 Millionen Euro für Loitering-Munition ausgeschrieben. Der offene Wettbewerb umfasst Kurz- und Langstreckensysteme, FPV-Drohnen, Zielgeräte, Bodenunterstützung, Schulung und Wartung über einen Zeitraum von sieben Jahren. Ziel ist der Aufbau einer breiten Palette von Systemen – von einfachen Kurzstreckendrohnen bis zu fortschrittlichen Langstreckenplattformen, die Sprengladungen über Hunderte Kilometer transportieren können.

Israelische Firmen sind bereits etablierte Lieferanten Estlands: 2023 erhielt Israel Aerospace Industries (IAI) einen Auftrag für Langstrecken-Loitering-Munition, darunter die Systeme Harop und Mini-Harpy. Nun rechnen israelische Quellen mit einer Beteiligung von Elbit Systems und Rafael Advanced Defense Systems an der aktuellen Ausschreibung.

Loitering-Waffen, auch als „kamikaze drones“ oder „suicide drones“ bekannt, können längere Zeit über dem Zielgebiet kreisen („loitern“), Ziele selbstständig identifizieren und dann als präzise Lenkmunition einschlagen. Sie gelten als kostengünstige und flexible Ergänzung zu konventioneller Artillerie und Lenkflugkörpern – insbesondere in asymmetrischen Konflikten und gegen gepanzerte Ziele.

Die estnische Beschaffungsbehörde (Estonian Centre for Defence Investments) betont den Bedarf an einer diversifizierten Drohnen- und Loitering-Kapazität vor dem Hintergrund der russischen Aggression in der Region. Estland investiert seit Jahren massiv in asymmetrische Fähigkeiten und Drohnentechnologie.

Eine Genehmigung durch das israelische Verteidigungsministerium gilt als wahrscheinlich, da Estland NATO-Mitglied ist und bereits enge Verteidigungskooperationen mit Israel unterhält. Der Export würde Estlands Fähigkeiten im Bereich präziser, kosteneffizienter Stand-off-Waffen weiter stärken.

(Quelle: Israel Defence, Arie Egozi, 4. März 2026; ergänzende Angaben Estonian Centre for Defence Investments, 6. Dezember 2024)

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