Unter dem Motto „Nein zur Wehrpflicht – Jugend für Frieden“ haben am 6. März 2026 in mehreren deutschen Großstädten Schülerinnen und Schüler gegen eine mögliche Wiedereinführung der Wehrpflicht demonstriert. Die Proteste fanden in Berlin, Hamburg, Köln, Leipzig und München statt.
Der Hauptinitiator Hannes Kramer (19), Abiturient aus Berlin, erklärte bei der Kundgebung am Brandenburger Tor:
„Wir rechnen ganz nüchtern damit, dass es in den nächsten zwei bis drei Jahren wieder eine Form der Wehrpflicht geben wird – sei es selektiv, allgemein oder als verpflichtendes ‚Gesellschaftsjahr‘ mit militärischem Kern. Die politische Richtung ist erkennbar.“
Kramer warnte insbesondere vor den Folgen einer möglichen Kriegs- oder Spannungsfallregelung:
„Im Verteidigungsfall würde die Kriegsdienstverweigerung faktisch ausgesetzt oder massiv erschwert. Eine echte Verweigerung wäre dann kaum noch möglich, ohne mit Haft oder Desertionsvorwürfen zu rechnen. Das ist kein hypothetisches Szenario mehr – die Gesetzeslage lässt das zu.“
Die Demonstranten sprachen von einer beginnenden „Militarisierungsspirale“, die Bildung, soziale Infrastruktur und zivile Konfliktbearbeitung zurückdränge. Auf Plakaten und Transparenten waren unter anderem zu lesen:
- „Kein Mensch ist Kanonenfutter“
- „Bildung statt Rekrutierung“
- „Frieden schaffen ohne Zwangsdienst“
- „Abrüsten statt aufrüsten“
Die Kundgebungen verliefen friedlich. In Berlin zählte die Polizei etwa 1.800 Teilnehmer, in Hamburg rund 1.200. Die Veranstalter sprachen von insgesamt etwa 5.000–6.000 Demonstrierenden bundesweit.
Die Bundesregierung hat bislang keine Entscheidung über eine Wiedereinführung der Wehrpflicht getroffen. Verteidigungsminister Boris Pistorius hatte in den vergangenen Monaten jedoch mehrfach erklärt, eine „selektive Wehrpflicht“ oder ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr mit militärischem Anteil werde ernsthaft geprüft, um die personellen Lücken der Bundeswehr zu schließen.
Die Initiative „Nein zur Wehrpflicht – Jugend für Frieden“ kündigte weitere Aktionen an, darunter eine bundesweite Aktionswoche an Schulen im April 2026.
(Quelle: Eigene Berichterstattung, Aussagen von Hannes Kramer, Polizeiangaben, Veranstalterzahlen, 6. März 2026)
