London – Künstliche Intelligenz führt in Großbritannien zu einem Nettoverlust an Arbeitsplätzen und belastet das Land stärker als andere führende Volkswirtschaften. Das ergibt eine neue Studie der Investmentbank Morgan Stanley, die am 26. Januar 2026 veröffentlicht wurde.
Britische Unternehmen berichteten, dass KI in den vergangenen zwölf Monaten netto zu einem Rückgang der Beschäftigung um 8 Prozent geführt habe – der höchste Wert unter den untersuchten Ländern, darunter USA, Japan, Deutschland und Australien. In diesen Vergleichsländern lagen die Nettoeffekte entweder neutral oder positiv.
Mehr als ein Viertel der Briten (über 25 Prozent) befürchten, in den nächsten fünf Jahren ihren Job durch KI zu verlieren. Die Studie zeigt, dass die Automatisierung vor allem in administrativen, analytischen und kreativen Berufen voranschreitet, während neue KI-bezogene Jobs langsamer entstehen als in anderen Ökonomien.
Morgan Stanley führt die stärkere Betroffenheit Großbritanniens auf eine Kombination aus Faktoren zurück: hohe Konzentration von Dienstleistungs- und Büroberufen, die besonders automatisierbar sind, eine vergleichsweise offene Wirtschaft mit schnellerer Technologieadoption sowie geringere staatliche Eingriffe in den Arbeitsmarkt als in manchen kontinentaleuropäischen Ländern.
Die Ergebnisse unterstreichen wachsende Sorgen um die sozialen Folgen von KI. Während Befürworter auf langfristige Produktivitätsgewinne und neue Berufsfelder verweisen, fordern Gewerkschaften und Politiker bereits jetzt stärkere Umschulungsprogramme und soziale Absicherung für Betroffene. Die Studie basiert auf Unternehmensbefragungen und Arbeitsmarktdaten aus 2025.
