Eine Studie der Technischen Universität Berlin zeigt, dass der Klimawandel die Waldbrandgefahr in Brandenburg deutlich erhöht, insbesondere durch monokulturelle Nadelwälder und menschliche Einflüsse. Die Forschung, veröffentlicht in Natural Hazards and Earth System Sciences, analysiert die Waldbrandsensibilität unter aktuellen und zukünftigen klimatischen Bedingungen.
Die Untersuchung, durchgeführt von einem Team um Masterabsolventin Katharina Horn, nutzte Geodaten wie Klimainformationen, Vegetationsdaten und die Nähe zu Siedlungen. Mit maschinellem Lernen („Random Forest“) wurden besonders gefährdete Waldflächen identifiziert. Ergebnisse zeigen, dass die Entfernung zu urbanen Gebieten, der Anteil an Laubwald und die Nähe zu Eisenbahnlinien das Brandrisiko stark beeinflussen. Über 96 Prozent der Waldbrände sind menschengemacht, wobei Landnutzung eine zentrale Rolle spielt.
Die Studie vergleicht die Waldbrandgefahr für 2016, 2022 und den Zeitraum 2081–2100 unter verschiedenen Klimaszenarien. Eine Abnahme der Bevölkerung in ländlichen Gebieten könnte das Risiko langfristig senken, doch bei gleichbleibender Landnutzung wird die Brandgefahr durch längere Dürreperioden steigen. Bereits im Frühjahr 2025 wurden in Brandenburg ungewöhnlich viele Brände verzeichnet.
Empfohlene Maßnahmen umfassen den Umbau zu widerstandsfähigen Mischwäldern, verbessertes Monitoring, etwa durch den Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes, und verstärkte Aufklärung über Brandursachen wie achtlos weggeworfene Zigarettenstummel. Politische Investitionen in Waldbrandprävention seien dringend nötig, da der Umbau zu Mischwäldern ein langfristiger Prozess ist.
Die Arbeit von Katharina Horn wurde mit dem Preis für die beste Masterarbeit im Studiengang Environmental Planning an der TU Berlin ausgezeichnet.
Quelle: Technische Universität Berlin

