MAGA-Populisten fordern heiligen Krieg gegen Big Tech

Durch | 6. September 2025

Auf der National Conservatism Conference (NatCon 5), einem der einflussreichsten Treffen der populistischen Rechten in den USA, zeigten sich die Spannungen zwischen der Technologiebranche und der MAGA-Bewegung in aller Deutlichkeit. Die Konferenz, die als Plattform für die intellektuelle Rechte dient, die die Regierung von Donald Trump prägt, widmete sich intensiv der Kritik an Big Tech und künstlicher Intelligenz (KI). Während die Teilnehmer die Bedrohung durch Technologie für die westliche Zivilisation und traditionelle Werte beklagten, wurde die Kluft zwischen der technologieaffinen Rechten und den sozialkonservativen Populisten offensichtlich.

Ein zentraler Moment war die Konfrontation zwischen einem Psychologieprofessor und dem Technologievorstand eines führenden KI-Unternehmens. Der Professor warf der KI-Branche vor, globalistisch, säkular und transhumanistisch zu sein und die menschliche Spezies zu verraten. Er forderte einen „heiligen Krieg“ gegen KI-Entwickler, die er als Bedrohung für Glauben, Nation und die Zukunft der Kinder ansah. Der Technologievorstand verteidigte sich mit einer Argumentation, die die Werte der Konferenz ansprach, blieb jedoch eine Ausnahme: Die überwältigende Mehrheit der Teilnehmer äußerte tiefe Skepsis gegenüber der Tech-Branche.

Die Konferenz thematisierte in zahlreichen Panels die vermeintlich schädlichen Auswirkungen von Technologie: von der Beeinträchtigung kritischer Denkfähigkeiten in Schulen und Universitäten über die Schwächung der amerikanischen Wirtschaft und Verteidigung bis hin zur Bedrohung der jüdisch-christlichen Werte. Einige Redner warnten vor einem „zivilisatorischen Selbstmord“ durch die Weiterentwicklung von KI, während andere anerkannten, dass KI potenziell nützlich sein könnte, wenn sie richtig eingesetzt wird. Dennoch überwog eine tief verwurzelte Feindseligkeit gegenüber der Tech-Industrie, selbst angesichts der strategischen Notwendigkeit, im KI-Wettlauf mit China zu bestehen.

Die Spannungen spiegeln eine längere Entwicklung wider. Die Rechte wirft Big Tech vor, konservative Stimmen systematisch unterdrückt zu haben, etwa durch algorithmische Einschränkungen oder Zensurmaßnahmen. Auch wenn diese Vorwürfe nach der Wahl nachgelassen haben, empfinden viele sozialkonservative Teilnehmer Technologien wie soziale Medien oder Biohacking als Angriff auf traditionelle Familienwerte und religiöse Prinzipien. Transhumanismus, der die Verbesserung des Menschen durch Technologie propagiert, wurde als direkte Beleidigung göttlicher Schöpfung verurteilt.

Bemerkenswert war der Vorschlag, mit Gewerkschaften zusammenzuarbeiten, um technologische Veränderungen zu bewältigen – ein für die Rechte ungewöhnlicher Ansatz, der die Intensität der Ablehnung von Big Tech unterstreicht. Selbst prominente Figuren wie Steve Bannon äußerten sich kritisch und warnten vor den unklaren Risiken von KI, die von einer entfremdeten Silicon-Valley-Elite entwickelt werde, die möglicherweise nicht die Interessen der USA im Blick habe.

Trotz vereinzelter Stimmen, die eine optimistische Sicht auf Technologie vertraten und KI als Werkzeug für amerikanische Innovation und Werte lobten, blieb die Stimmung auf der Konferenz überwiegend technologiefeindlich. Die Teilnehmer applaudierten Rednern, die Big Tech als existenzielle Bedrohung darstellten, und zeigten wenig Bereitschaft, die Branche in ihre Vision einer konservativen Zukunft einzubinden.

Quelle: Tina Nguyen, „MAGA populists call for holy war against Big Tech“, The Verge, 6. September 2025, https://www.theverge.com/2025/9/6/257938/tech-right-vs-religious-right-natcon

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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