Washington, D.C., 17. August 2025 (U.S. Department of State) – In einem Interview mit Kristen Welker auf NBCs „Meet the Press“ betonte US-Außenminister Marco Rubio, dass ein umfassender Friedensvertrag das Ziel der Verhandlungen zur Beendigung des Russland-Ukraine-Kriegs sei, auch wenn ein Waffenstillstand nicht ausgeschlossen ist. Rubio, der an den jüngsten Gesprächen mit Präsident Trump und dem russischen Präsidenten Wladimir Putin in Anchorage teilnahm, unterstrich die Komplexität der Verhandlungen und die Notwendigkeit von Kompromissen beider Seiten.
Rubio machte deutlich, dass ein Waffenstillstand nicht vom Tisch ist, aber das ultimative Ziel ein dauerhafter Frieden sei. „Das Ideal ist nicht ein Waffenstillstand, sondern das Ende dieses Kriegs“, sagte er. Trotz Trumps Ankündigung vor dem Gipfel, einen Waffenstillstand anzustreben, erklärte Rubio, dass Russland bisher nicht zugestimmt habe. Er wies darauf hin, dass bestehende Sanktionen gegen Russland weiterhin in Kraft sind und neue Sanktionen die Verhandlungen gefährden könnten. „Sobald neue Sanktionen verhängt werden, enden die Gespräche“, warnte Rubio, betonte aber, dass Sanktionen allein den Kriegsverlauf nicht verändert hätten.
Die Verhandlungen seien schwierig, da beide Seiten – Russland und die Ukraine – Kompromisse eingehen müssten. Rubio nannte drei zentrale Elemente eines möglichen Abkommens: die Klärung territorialer Fragen, Sicherheitsgarantien für die Ukraine, um zukünftige Invasionen zu verhindern, und der Wiederaufbau der Ukraine nach den Zerstörungen der letzten dreieinhalb Jahre. Er betonte, dass die USA keine Bedingungen an die Ukraine stellen könnten, da die Entscheidungen letztlich bei den Ukrainern lägen. „Die Ukraine ist ein souveräner Staat mit dem Recht, Sicherheitsbündnisse einzugehen“, sagte Rubio.
Angesichts der eskalierenden russischen Angriffe – im Juli wurden über 6.000 Raketen und Drohnen auf die Ukraine abgefeuert, die höchste Zahl seit Kriegsbeginn – äußerten sich ukrainische Stimmen besorgt, dass die ausbleibende Waffenstillstandsvereinbarung Putin mehr Verhandlungsspielraum gebe. Rubio räumte ein, dass ein Waffenstillstand schwierig aufrechtzuerhalten sei, verwies aber auf die Notwendigkeit, konkrete und überprüfbare Maßnahmen zu vereinbaren, um einen dauerhaften Frieden zu sichern. „Ein Abkommen muss durchsetzbar und nachhaltig sein, sonst droht der Krieg nach wenigen Monaten erneut“, erklärte er.
Rubio vermied es, Details zu den Forderungen beider Seiten preiszugeben, da dies die Verhandlungen gefährden könnte. Er bestätigte jedoch, dass Putin in öffentlichen Reden die Kontrolle über etwa 20 Prozent des ukrainischen Territoriums gefordert habe, was die Ukraine ablehne. „Niemand drängt die Ukraine, dieses Territorium aufzugeben“, betonte Rubio.
Der Außenminister lobte Präsident Trumps Engagement für den Frieden und betonte, dass die USA als einzige Nation in der Lage seien, Russland an den Verhandlungstisch zu bringen. Am 18. August werden der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und europäische Staatschefs in Washington erwartet, um die nächsten Schritte zu besprechen. Rubio äußerte sich vorsichtig optimistisch, warnte jedoch, dass ein Durchbruch nicht garantiert sei. „Wir wissen nicht, ob es möglich ist, aber wir werden es versuchen“, sagte er.
