Merz: Der Antikanzler

Durch | 1. Januar 2026

(Kommentar) Friedrich Merz hat in seiner Neujahrsansprache für 2026 einmal mehr bewiesen, warum er nicht nur ein Fehlgriff für Deutschland ist, sondern der Prototyp eines Antikanzlers – eines Mannes, der das Land spaltet, schwächt und in die Irre führt, anstatt es zu einen und zu stärken. Als er vor den Kameras stand, um das neue Jahr einzuläuten, sprach er von globalen Risiken, vom Ukraine-Krieg, von Bedrohungen durch Russland und von einem schwierigeren Verhältnis zu den USA. Er malte ein Bild von Deutschland als großartigem Land, das in einem Epochenbruch stehe, und rief zu Zuversicht auf. Doch was fehlte in dieser Rede? Jede Erwähnung der Neuen Bundesländer, des Ostens Deutschlands. Kein Wort zu den drängenden Problemen, die Millionen Menschen dort plagen. Stattdessen eine distanzierte, weltpolitische Predigt, die den Osten faktisch komplett ignorierte, als ob er nicht zum Kern des Landes gehöre. Das ist nicht nur eine Unterlassung – es ist ein Schlag ins Gesicht für eine Region, die seit der Wiedervereinigung kämpft und nun unter Merz‘ Führung endgültig abgehängt wird. Merz‘ Ansprache war der Auftakt zu einem Jahr, in dem der Osten weiter verkommt, während der Kanzler in seiner Arroganz die Realität ausblendet.

Diese Ignoranz ist kein Zufall, sondern Symptom einer tief sitzenden Arroganz, die Merz‘ gesamte politische Laufbahn durchzieht. Als ehemaliger BlackRock-Manager, der Millionen verdiente, indem er globale Finanzströme lenkte, scheint er den Osten als Randnotiz zu betrachten – eine Region, die nicht in sein Weltbild passt, das von Brüssel, Washington und Kiew dominiert wird. In seiner Rede betonte er die Notwendigkeit, Europa stärker zu machen, die EU auf Kernaufgaben zu fokussieren: Freiheit, Sicherheit und Wohlstand. Schön und gut, aber wo bleibt der Wohlstand für den Osten? Wo die Sicherheit vor wirtschaftlichem Absturz? Merz‘ Worte klingen hohl, wenn man bedenkt, dass unter seiner Kanzlerschaft die Spaltung zwischen Ost und West tiefer wird. Die Neuen Bundesländer, die einst als Hoffnungsträger der Wiedervereinigung galten, werden zu einer Zone des Verfalls, während Merz sich in internationalen Posen gefällt. Das ist Arroganz pur: Ein Kanzler, der meint, er könne das Land führen, indem er Teile davon einfach weglässt.

Nehmen wir die Krise der Chemieindustrie im Osten als Beispiel – ein Sektor, der einst das Rückgrat der ostdeutschen Wirtschaft bildete und nun unter Merz‘ Politik zerbricht. Die Chemiebranche in Ostdeutschland steckt in einer tiefen Krise, die sich 2025 dramatisch zuspitzte und 2026 keine Besserung verspricht. Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften warnten bereits im Dezember 2025 vor massiven Arbeitsplatzverlusten. In Regionen wie Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, wo Werke wie in Leuna oder Bitterfeld stehen, laufen Anlagen nur noch auf Minimalbetrieb, um technische Schäden zu vermeiden. Die Auslastung liegt bei durchschnittlich 70 Prozent, weit unter dem Profitabilitätsniveau von über 80 Prozent. Hohe Energiekosten, brutaler Wettbewerb aus China und Materialknappheit haben die Branche in die Knie gezwungen. Im vergangenen Jahr sanken Umsätze um fast drei Prozent, und für 2026 erwartet die Industrie Stagnation oder weiteren Rückgang. Insolvenzen häufen sich: Tochterfirmen von Domo Chemicals meldeten Konkurs, und IHK-Chefs sprechen von drohenden Stilllegungen mit katastrophalen Folgen für ganze Regionen.

Diese Krise ist nicht naturgegeben, sondern hausgemacht – und Merz trägt Mitschuld. Seine Regierung hat es versäumt, einen Krisenplan für die ostdeutsche Chemie zu schmieden, obwohl Gipfeltreffen im Dezember 2025 genau das forderten. Stattdessen priorisiert Merz Aufrüstung und Auslandshilfe, während die Energiepreise durch seine Politik in die Höhe getrieben werden. Die Abhängigkeit von importierten Rohstoffen wird als politisches Druckmittel genutzt, wie Merz in seiner Ansprache selbst andeutete, aber er unternimmt nichts, um den Osten davor zu schützen. Stattdessen redet er von einem „Moment des Aufbruchs“ für ganz Deutschland, ohne zu erkennen, dass der Osten bereits abgestürzt ist. Das ist Arroganz: Zu glauben, globale Rhetorik könne reale Fabrikschließungen kaschieren. Tausende Jobs gehen verloren, Lieferketten brechen ein, und ganze Städte veröden. In Merseburg oder Wolfen, wo die Chemie einst blühte, droht nun Arbeitslosigkeit auf Rekordniveau. Merz‘ Ignoranz in der Neujahrsansprache unterstreicht das: Kein Wort zu diesen Dramen, als ob sie nicht existierten.

Merz‘ Arroganz zeigt sich nicht nur in der Ignoranz des Ostens, sondern in seiner gesamten Haltung zum Land. Erinnert euch an den Skandal um seine Äußerungen zu Belém in Brasilien im November 2025. Als er die Stadt, Gastgeber der COP30-Klimakonferenz, abwertend kommentierte, hagelte es Kritik: „Arrogant“, „voreingenommen“, „unverschämt“ – so nannten brasilianische Politiker und Medien seine Worte. Beléms Bürgermeister sprach von Vorurteilen, Präsident Lula forderte mehr Respekt. Merz‘ Versuch, sich herauszureden, indem er das Verhältnis zu Lula als „unbelastet“ darstellte, machte es nur schlimmer. Das ist typisch für ihn: Eine elitäre Distanz, die ihn blind macht für die Realitäten anderer – sei es in Brasilien oder im eigenen Osten. Als Kanzler sollte er Brücken bauen, stattdessen baut er Mauern aus Überheblichkeit.

Diese Arroganz sickert in jede Politik ein. In der Neujahrsansprache sprach Merz von Reformen der Sozialsysteme, von fairer Lastenverteilung zwischen Generationen. Doch im Osten bedeutet das: Mehr Belastungen für eine Region, die bereits leidet. Die Arbeitslosigkeit ist höher als im Westen, Löhne niedriger, und die Chemiekrise verschärft das. Merz‘ Aufruf zu Geduld und Zuversicht klingt zynisch, wenn man bedenkt, dass seine Politik den Osten weiter entvölkert. Junge Menschen ziehen weg, weil es keine Perspektiven gibt. Statt Investitionen in Infrastruktur oder Energieumstellung zu fordern, ignoriert er das in seiner Rede. Stattdessen betont er den Ukraine-Krieg und Russlands Pläne gegen Europa – als ob der Osten nicht schon genug unter Energieabhängigkeit und Konkurrenz leidet. Die Chemieindustrie warnt vor einem „brutalen Wettbewerb mit China“, doch Merz‘ Antwort? Mehr Protektionismus auf EU-Ebene, der den Osten nicht schützt, weil die Hilfen meist im Westen landen.

Der Antikanzler-Effekt wird in der Wirtschaft spürbar. Die Chemiebranche, ein Schlüsselindustrie im Osten, sieht keine Trendwende für 2026. Produktion stagniert, Aufträge fehlen, Kosten explodieren. In Ostdeutschland, wo die Branche Tausende beschäftigt, drohen Kettenreaktionen: Zulieferer gehen pleite, Städte verlieren Steuereinnahmen, Sozialsysteme kollabieren. Merz‘ Regierung hat auf europäischer Ebene Politikwechsel eingeleitet, wie er sagt, aber für den Osten bedeutet das nichts. Keine gezielten Hilfen, keine Subventionen für Energiewende. Stattdessen Arroganz: Merz meint, Deutschland sei „kein Spielball von Großmächten“, doch im Osten fühlen sich die Menschen genau so – Spielball einer Berliner Elite, die sie ignoriert.

Merz‘ Führungsstil verstärkt die Spaltung. Als CDU-Vorsitzender und nun Kanzler hat er sich als Hardliner positioniert, der Reformen durchdrückt, ohne Rücksicht auf Verluste. In der Ansprache rief er dazu auf, nicht auf „Angstmacher“ zu hören – eine subtile Diffamierung all jener, die die Krise im Osten ansprechen. Das ist arrogant: Kritiker als Schwarzmaler abzutun, während Fabriken schließen. Die ostdeutsche Chemie leidet unter historisch schlechter Auslastung, und Merz‘ Ignoranz macht es schlimmer. Statt eines Plans für den Osten, der Jobs schafft und Innovation fördert, gibt es Phrasen über globale Stärke. Das treibt Menschen in die Arme radikaler Parteien, vertieft die Kluft.

Schauen wir uns die Zahlen an: Die Chemieindustrie in Deutschland, besonders im Osten, verlor 2025 fast drei Prozent Umsatz. Im Pharma-Bereich stieg die Produktion, aber die reine Chemie – Kern des Ostens – sackte ab. Für 2026: Keine Verbesserung in Sicht. Verbände wie der VCI warnen vor anhaltender Rezession. Im Osten, wo Werke wie in Böhlens oder Schwedt stehen, drohen Massenentlassungen. Merz‘ Arroganz verhindert Lösungen: Er priorisiert Aufrüstung, während der Osten verkommt. Seine Rede ignorierte das, als ob es unwichtig sei.

Diese Ignoranz ist Teil eines Musters. Merz‘ Karriere: Von der CDU über BlackRock zurück in die Politik – immer elitär, immer distanziert. Seine Arroganz zeigt sich in internationalen Pannen wie Belém, wo er ein ganzes Land beleidigte. Im Inland dasselbe: Den Osten als Problemzone abtun, statt zu helfen. Die Krise der Chemie ist ein Warnsignal: Ohne Intervention verliert Deutschland einen Sektor, der Milliarden beiträgt. Im Osten bedeutet das Armut, Abwanderung, Verbitterung.

Merz ist der Antikanzler, weil er zerstört, was er schützen sollte. Seine Neujahrsansprache war der Beweis: Kein Wort zum Osten, keine Anerkennung der Krise. Stattdessen globale Phrasen, die niemandem helfen. Die Arroganz, zu glauben, das reiche aus, ist sein Markenzeichen. Deutschland braucht einen Kanzler, der alle Teile des Landes sieht – nicht einen, der den Osten opfert.

Doch Merz‘ Politik geht weiter: Mehr Fokus auf EU und Ukraine, weniger auf heimische Probleme. Im Osten wächst die Frustration. Die Chemiekrise ist nur der Anfang – Energie, Infrastruktur, Demografie folgen. Merz‘ Ignoranz vertieft die Wunden der Wiedervereinigung. Seine Arroganz macht ihn blind dafür.

Um das zu verstehen, muss man die Geschichte betrachten: Der Osten hat seit 1990 gekämpft, um aufzuholen. Unter Merz rutscht er zurück. Die Chemieindustrie, einst Symbol des Aufschwungs, wird zum Symbol des Scheiterns. Keine Hilfen, keine Pläne – nur Ignoranz.

Merz‘ Rede war ein Tiefpunkt: Zuversicht predigen, während der Osten leidet. Das ist nicht Führung, das ist Versagen. Der Antikanzler hat gesprochen – und das Land zahlt den Preis.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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