NASA plant Atomreaktor auf dem Mond bis 2030 im Wettlauf mit China und Russland

Durch | 11. August 2025

Die NASA treibt Pläne voran, bis 2030 einen 100-Kilowatt-Atomreaktor auf dem Mond zu installieren, um eine zuverlässige Energiequelle für künftige Mondbasen zu schaffen. Der amtierende NASA-Chef Sean Duffy betonte, dass diese Initiative Teil eines geopolitischen Wettlaufs mit China und Russland sei, um strategische Vorteile im Weltraum zu sichern. Der Reaktor soll eine kontinuierliche Stromversorgung gewährleisten, da Solarenergie aufgrund der zweiwöchigen Mondnächte unzuverlässig ist.

Die Idee eines Mondreaktors ist nicht neu, wurde jedoch unter den Präsidentschaften von Donald Trump und Joe Biden intensiver diskutiert. Duffy erklärte, dass ein Atomreaktor entscheidend sei, um dauerhafte menschliche Präsenz auf dem Mond zu ermöglichen und langfristig Missionen zum Mars vorzubereiten. Der Reaktor soll nicht vor Ort gebaut, sondern als fertige Einheit zum Mond transportiert, dort aktiviert und ferngesteuert betrieben werden. Die größte technische Herausforderung sei die Kühlung, da es auf dem Mond weder Wasser noch Luft gebe; stattdessen werde Strahlungskühlung eingesetzt.

Die Pläne stehen im Kontext eines Wettbewerbs mit China und Russland, die ebenfalls nukleare Energiequellen für den Mond entwickeln. China strebt eine bemannte Mondlandung bis 2029 an und plant mit Russland die Internationale Mondforschungsstation (ILRS), die bis 2036 einen Reaktor nutzen soll. Die NASA befürchtet, dass die erste Nation mit einem funktionsfähigen Reaktor eine „Ausschlusszone“ um strategische Mondgebiete wie den Südpol, wo Eis und Sonnenlicht vorhanden sind, deklarieren könnte. Dies würde den Zugang anderer Nationen einschränken.

Die NASA hat bereits Hunderte Millionen Dollar in die Erforschung der Kernspaltungstechnologie investiert und fordert nun innerhalb von 60 Tagen Vorschläge von Industrieunternehmen für den Bau des Reaktors ein. Im Gegensatz zu früheren Plänen für einen kleineren 40-Kilowatt-Reaktor setzt die NASA nun auf eine leistungsstärkere Anlage, die den Energiebedarf von Habitaten, Lebenserhaltungssystemen und Ressourcengewinnung decken soll. Duffy betonte, dass die Technologie nicht „live“ gestartet werde, um Sicherheitsrisiken zu minimieren.

Die Initiative ist Teil des Artemis-Programms, das 2027 die Rückkehr von Astronauten zum Mond vorsieht. Experten wie Markus Landgraf von der ESA halten das Vorhaben für technisch machbar, weisen jedoch auf Herausforderungen wie den Schutz vor Meteoriteneinschlägen und die Strahlungssicherheit hin. Der Reaktor könnte eine „tödliche Zone“ von etwa 50 Metern um sich herum erzeugen, was die Standortwahl kritisch macht. Die NASA sieht den Reaktor als Schlüssel für die Gewinnung von Mondressourcen wie Wasser und Sauerstoff, die für Treibstoffproduktion und langfristige Missionen essenziell sind.

Der Wettlauf um die Mondenergie unterstreicht die geopolitische Dimension der Raumfahrt, da die Kontrolle über strategische Ressourcen die künftige Vorherrschaft im Weltraum beeinflussen könnte.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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