NRW.BANK und IAT beleuchten Probleme des demografischen Wandels für Kommunen

Durch | 11. August 2025

Die NRW.BANK und das Institut Arbeit und Technik (IAT) der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen haben in einer sechsteiligen digitalen Veranstaltungsreihe die Auswirkungen des demografischen Wandels auf Kommunen in Nordrhein-Westfalen untersucht. Unter dem Titel „Älter werden in Nordrhein-Westfalen: Wohnen und Daseinsvorsorge aktiv planen in der Kommune“ diskutierten Experten regionale Entwicklungen in den Bereichen Pflege, Wohnen, medizinische Versorgung und Finanzierung. Die Veranstaltungsreihe, die rund 300 Teilnehmer aus Kommunalpolitik, Verwaltung und Praxis erreichte, betonte die Notwendigkeit von Investitionen in barrierefreien Wohnraum, eine stärkere soziale Infrastruktur und nachhaltige finanzielle Spielräume. Eine Fortsetzung ist für das NRW.BANK-Kolloquium am 12. November 2025 geplant.

Die demografische Entwicklung in Nordrhein-Westfalen zeigt einen starken Anstieg der über 75-Jährigen bis 2050, während das Erwerbspersonenpotenzial sinkt. Besonders betroffen sind Regionen wie Arnsberg, Detmold, Düsseldorf, Köln, Münster und das Ruhrgebiet. Der Mangel an altersgerechtem Wohnraum und medizinischer Versorgung stellt Kommunen vor große Herausforderungen. Laut Carolin Krüger-Willim von der NRW.BANK sind derzeit nur etwa drei Prozent der Wohnungen in Nordrhein-Westfalen vollständig barrierefrei, während die Angebotsmieten für barrierefreien Wohnraum seit 2020 jährlich um etwa sechs Prozent steigen. Investitionen in Neubau und Modernisierung sind daher dringend erforderlich.

Die steigenden Pflegekosten verschärfen die Lage zusätzlich. Elke Dahlbeck vom IAT wies auf den Rückgang von Hausärzten in Regionen wie dem Siegerland, Sauerland, Hagen und Gelsenkirchen hin. Um älteren Menschen ein längeres Verbleiben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen, seien sozialraumorientierte Infrastrukturen, niedrigschwellige Angebote und Begegnungsorte notwendig. Diese Maßnahmen erfordern jedoch eine ausreichende finanzielle Ausstattung der Kommunen.

Kerstin Jochimsen von der NRW.BANK betonte, dass innovative Wohn- und Versorgungskonzepte die Verweildauer in stationären Einrichtungen reduzieren und somit Kosten senken könnten. Die Veranstaltungsreihe verdeutlichte, dass die Herausforderungen regional unterschiedlich sind, aber alle Kommunen vor einem Anstieg hochaltriger Personen stehen. Das bevorstehende Kolloquium im November wird konkrete Umsetzungsprojekte vorstellen, um Kommunen bei der Entwicklung maßgeschneiderter Strategien zu unterstützen.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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