Die US-Chip-Hersteller Nvidia und AMD haben sich bereit erklärt, 15 % ihrer Einnahmen aus dem Verkauf fortschrittlicher Chips nach China an die US-Regierung abzuführen, um Exportlizenzen für diesen wichtigen Markt zu erhalten. Diese ungewöhnliche Vereinbarung, die als beispiellos gilt, markiert eine scheinbare Kehrtwende in den bisherigen US-amerikanischen Sicherheitsbeschränkungen und deutet auf eine Entspannung im Handelskonflikt zwischen den USA und China hin.
Die Vereinbarung betrifft insbesondere Nvidias H20-Chips und AMDs MI308-Chips, die für Anwendungen in der künstlichen Intelligenz (KI) entwickelt wurden. Nachdem die Trump-Regierung im April den Export dieser Chips nach China aus nationalen Sicherheitsgründen untersagt hatte, signalisiert die jetzige Entscheidung eine Lockerung der Restriktionen. Die Exportlizenzen wurden den Unternehmen vergangene Woche erteilt, nachdem Nvidia-CEO Jensen Huang mehrere Gespräche mit US-Präsident Donald Trump geführt hatte.
Die Entscheidung stößt auf gemischte Reaktionen. Während einige die Wiederaufnahme der Verkäufe in den chinesischen Markt als notwendigen Schritt sehen, um die Wettbewerbsfähigkeit der USA in der globalen KI-Technologie zu sichern, kritisieren Experten die Verknüpfung von Exportkontrollen mit finanziellen Abgaben. Kritiker warnen, dass dieser Ansatz die Glaubwürdigkeit der nationalen Sicherheitsargumente untergräbt und einen gefährlichen Präzedenzfall schaffen könnte. Die US-Regierung hat noch nicht entschieden, wie die eingenommenen Gelder verwendet werden sollen.
Die Vereinbarung folgt auf monatelange Unsicherheiten, nachdem Exportbeschränkungen den beiden Unternehmen erhebliche finanzielle Einbußen bescherten. Nvidia schätzte die Verluste durch die Exportbeschränkungen auf bis zu 8 Milliarden US-Dollar, während AMD von einem Verlust von 800 Millionen US-Dollar im letzten Quartal berichtete. Die Wiederaufnahme der Verkäufe könnte den Unternehmen helfen, ihre Position im chinesischen Markt zu stärken, birgt jedoch auch geopolitische Spannungen, da China den Zugang zu fortschrittlicher US-Technologie kritisch betrachtet.
