Parteipolitische Feindseligkeit, nicht nur politische, treibt US-Proteste an

Durch | 1. August 2025

Parteiische Feindseligkeit ist ein starker Treiber für die Teilnahme an Protesten – manchmal ist sie fast so groß wie die Sorge um die eigentlichen Probleme oder sogar größer, wie aus einer neuen Studie hervorgeht, die in der Fachzeitschrift Social Forces veröffentlicht wurde .

Die vom Politikwissenschaftler Seth Warner an der University of Connecticut durchgeführte Studie analysierte drei landesweit repräsentative Umfragen, die zwischen 2014 und 2022 durchgeführt wurden. Jede konzentrierte sich auf eine andere Protestbewegung: Black Lives Matter, die Klimabewegung und die Tea Party.

Warner ordnete die Umfragefragen den Kernproblemen dieser Bewegungen zu – beispielsweise Ansichten über Rassenungleichheit bei BLM und Misstrauen gegenüber der Regierung bei der Tea Party. Anschließend sammelte er Umfrageantworten zu den Gefühlen der Menschen gegenüber den großen politischen Parteien.

In allen drei Analysen war die Feindseligkeit gegenüber der Gegenpartei ein wichtiger Faktor, oft genauso groß oder sogar größer als die Sorge um das Thema. Bei den Klimaprotesten war die Feindseligkeit gegenüber der Republikanischen Partei ein noch stärkerer Prädiktor als die Sorge um den Klimawandel selbst.

„Parteifeindlichkeit ist nicht nur ein Hintergrundrauschen, sie ist ein Hauptgrund dafür, dass Menschen zu Protesten erscheinen“, sagt Warner. „Die Menschen werden durch Wut auf die andere Seite mobilisiert, nicht nur durch die Leidenschaft für ein Thema.“

Die Studie ergab auch, dass der Wohnort eine Rolle spielt. Amerikaner in Bezirken mit allgemein höherer parteipolitischer Feindseligkeit protestierten häufiger, unabhängig von ihren persönlichen Ansichten. Interessanterweise schien die Feindseligkeit von Parteimitgliedern, die nicht zu ihren Parteimitgliedern gehörten, die Menschen sogar stärker zu motivieren, als von gleichgesinnten Verbündeten umgeben zu sein.

„Das Leben in einem politisch aufgeladenen Umfeld prägt das Bedrohungsgefühl der Menschen und dieses Gefühl der Bedrohung treibt sie zum Handeln“, erklärt Warner.

Warners Arbeit legt nahe, dass der jüngste Anstieg der Proteste nicht nur mit Themen wie Polizeireform oder Klimawandel zusammenhängt, sondern mit einem breiteren Klima parteipolitischer Feindseligkeit. Sie bietet Wissenschaftlern und der Öffentlichkeit eine neue Möglichkeit, über politische Partizipation in den USA nachzudenken.

„Das widerlegt die Vorstellung, dass es bei Protesten nur um politische Veränderungen geht“, sagt Warner. „Im heutigen polarisierten Amerika können Proteste auch eine Möglichkeit sein, sich gegen die andere Partei zu stellen.“

Die vollständige Studie „Partisan Animosity and Protest Participation in the United States“ ist in Social Forces veröffentlicht und online unter https://doi.org/10.1093/sf/soaf066 verfügbar .

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
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