Silizium, Aluminium und Lithium zählen zu den wichtigsten Rohstoffen der Erde. Ihre Knappheit und die Komplexität ihrer Gewinnung können die Entwicklung von Technologien behindern, die für die Energiewende entscheidend sind. Dies ist eine der zentralen Schlussfolgerungen einer Studie des INGENIO-Instituts, einem gemeinsamen Forschungszentrum des spanischen Nationalen Forschungsrats (CSIC) und der Polytechnischen Universität Valencia (UPV) in Zusammenarbeit mit der Universität Rom, der Universität Valencia und der Universität London.
Der kürzlich in der wissenschaftlichen Zeitschrift „Industry and Innovation“ veröffentlichte Artikel analysiert die Beziehung zwischen kritischen Rohstoffen und grünen Technologien und kommt zu dem Schluss, dass die Schwierigkeiten bei der Beschaffung dieser Materialien die Produktion von Solarmodulen und Elektroautos beeinträchtigen – Technologien, die stark von diesen Materialien abhängig sind und gleichzeitig zentrale Säulen von Nachhaltigkeitsstrategien wie dem Europäischen Green Deal darstellen.
Nach Angaben der Europäischen Union handelt es sich bei kritischen Rohstoffen um solche, die für die Entwicklung bestimmter Sektoren, wie beispielsweise die Erzeugung erneuerbarer Energien, als unerlässlich gelten, deren Versorgung jedoch ein Risiko der Verknappung birgt, da ihre Produktion stark auf wenige Länder konzentriert ist.
Der Artikel „Mapping critical raw materials in green technologies“ identifiziert mithilfe von Technologiepatentdaten aus aller Welt und Text-Mining-Verfahren die wichtigsten Rohstoffe in diesem Bereich. Nach Silizium, Aluminium und Lithium folgen Kupfer, Nickel, Zink, Magnesium, Seltenerdmetalle, Platingruppenmetalle und Kobalt. Diese Materialien sind Schlüsselelemente für Technologien in den Bereichen Elektrizität, Energiespeicherung, Beschichtungen für Windkraftanlagen, Elektromotoren, verschiedene Klimaschutztechnologien und Batterien sowie weitere Anwendungen.
Davide Consoli, Forscher bei INGENIO (CSIC-UPV) und Mitautor der Publikation, erklärt: „Hauptziel dieses Artikels war es, die Machbarkeit der grünen Transformation unter Berücksichtigung der Doppelrolle der Länder als Entwickler grüner Technologien und gleichzeitig als Lieferanten kritischer Rohstoffe zu überprüfen. Die Notwendigkeit, diese Fragestellungen zu analysieren, ergibt sich aus den EU-Zielen für 2030, die unter anderem die verstärkte Nutzung eigener Ressourcen zur Produktion von mindestens 10 % der verbrauchten strategischen Rohstoffe vorsehen.“
Laut der Studie sind Russland, Australien, Taiwan und Japan die Länder mit der größten Abhängigkeit von diesen Rohstoffen, da ihre Volkswirtschaften stark von deren Verarbeitung oder der Herstellung von Komponenten, die diese Rohstoffe verwenden, wie zum Beispiel Mikrochips oder Halbleiter, abhängen.
Die Analyse verdeutlicht zudem die Kluft zwischen europäischen Ländern, die stark von CRM-Systemen abhängig sind, aber über keine ausreichende CRM-Infrastruktur verfügen – beispielsweise Österreich, Tschechien, die Schweiz und Portugal. Länder wie Spanien, Deutschland und Frankreich produzieren zwar mehr von bestimmten kritischen Rohstoffen, weisen aber gleichzeitig eine geringere technologische Abhängigkeit von diesen auf, da ihre Entwicklungen nicht ausschließlich auf diese Technologien ausgerichtet, sondern diversifizierter sind.Risiken und Herausforderungen
Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Studie ist die Diskrepanz zwischen CRM-produzierenden Ländern wie Chile, Argentinien, der Demokratischen Republik Kongo und Indien und den innovativsten Ländern im Bereich grüner Technologien wie den USA, Deutschland oder Japan.
Quelle:
https://doi.org/10.1080/13662716.2025.2522451
