London, 16. September 2025 – US-Präsident Donald Trump bereitet sich auf seinen zweiten State Visit in Großbritannien vor, der am 17. September in Windsor Castle beginnt. Die Einladung von König Charles III unterstreicht die transatlantischen Beziehungen, wird jedoch von anhaltenden Kontroversen um Trumps Verbindungen zu Jeffrey Epstein überschattet. Aktivisten haben vor dem Schloss ein gigantisches Banner mit Trump und Epstein aufgehängt, was die Debatte über den Skandal neu entfacht und Spekulationen weckt, ob der König in den Sog der Enthüllungen geraten könnte. Der Besuch, der bis zum 19. September dauert, verspricht pompöse Zeremonien, birgt aber diplomatische Risiken durch den Epstein-Komplex.
Trumps State Visit: Zeitplan und diplomatische Agenda
Trump und First Lady Melania Trump landen am 16. September in London und werden vom US-Botschafter Warren Stephens sowie Viscount Hood, Lord-in-Waiting, im Namen des Königs empfangen. Der offizielle Auftakt erfolgt am 17. September in Windsor Castle mit einer Ehrenformation, einem Lunch mit der königlichen Familie und einem Flypast der Red Arrows sowie US-F-35-Jets. Am 18. September steht ein Besuch in Chequers mit Premierminister Keir Starmer auf dem Programm, wo Themen wie Handel, KI-Infrastruktur und Ukraine-Politik diskutiert werden. Die Delegation umfasst CEOs von BlackRock, Blackstone, Microsoft, Nvidia und OpenAI, die Investitionen in Höhe von über 10 Milliarden US-Dollar ankündigen sollen, darunter 500 Millionen Pfund für Data Centers und 100 Milliarden Pfund langfristig für Tech-Projekte. Der Besuch endet am 19. September mit einem State Banquet, bei dem König Charles eine kurze Ansprache halten wird. Sicherheitsmaßnahmen sind massiv: Drohnenüberwachung, bewaffnete Polizei und Luftbeschränkungen schützen das Gelände.
Epstein-Kontroverse: Trumps Vergangenheit und frische Enthüllungen
Trumps langjährige Freundschaft zu Epstein, dem 2019 verstorbenen Sexualstraftäter, reicht bis in die 1980er Jahre zurück. Sie teilten Partys in Palm Beach und New York, Epstein besuchte Trumps Hochzeit 1993, und Trump nannte ihn 2002 einen „terrific guy“, der „junge Frauen“ bevorzugt. Der Bruch kam um 2004, angeblich weil Epstein Gäste aus Trumps Mar-a-Lago-Resort „stahl“. Neueste Enthüllungen aus Epsteins Nachlass, veröffentlicht von Demokraten im US-Kongress, umfassen eine sexuelle Andeutung enthaltende Geburtstagsnotiz von 2003 mit Trumps angeblicher Signatur und Skizze, die Trump als „Hoax“ abtut. Das Justizministerium hat kürzlich versprochen, Epstein-Akten freizugeben, doch Verzögerungen schüren Verschwörungstheorien in Trumps MAGA-Basis. Der Skandal belastet Trumps Regierung, mit Rücktritten wie dem des US-Botschafters in London, Peter Mandelson, der 2008 Epstein per E-Mail beraten haben soll. Diese Verbindungen machen den Besuch zu einem PR-Minenfeld.
Warum Epstein König Charles einbeziehen könnte: Familiäre und diplomatische Verstrickungen
Der Epstein-Fall wirft Schatten auf die britische Monarchie, was Trumps Besuch zu einem potenziellen Katalysator macht. König Charles‘ Bruder, Prinz Andrew, war eng mit Epstein befreundet: Er flog mehrmals mit Epsteins Jet, besuchte dessen New Yorker Mansion und wurde 2019 von Virginia Giuffre als Missbraucher verklagt, was zu Andrews Rückzug aus dem öffentlichen Leben führte. Die Enthüllungen zu Trump könnten Parallelen ziehen und Charles‘ Familie erneut belasten, da der König Andrews Titel entzogen hat, aber der Skandal anhält. Die Entlassung von Mandelson, einem Labour-Politiker mit Epstein-Kontakten, nur Tage vor dem Visit, verstärkt den Druck auf Starmer und die Royals. Aktivisten der „Stop Trump Coalition“ und „Everyone Hates Elon“-Gruppe protestieren mit einem 400-Quadratmeter-Banner vor Windsor, das Trump und Epstein zeigt, und planen Demos am 17. September. Experten warnen, dass Trump das Thema nutzen könnte, um von eigenen Problemen abzulenken, etwa durch Andeutungen zu internationalen Netzwerken, die Royals einbeziehen. Eine Petition mit 250.000 Unterschriften fordert Absage, und Medien wie Channel 4 senden einen Marathon zu Trumps „Lügen“, inklusive Epstein-Themen.
Politische Implikationen: Proteste und transatlantische Spannungen
Der Visit polarisiert: Während Starmer enge Bande knüpfen will – inklusive Gesprächen zu Russlands Drohnenangriffen auf Polen und Handelsabkommen –, boykottieren Liberale wie Ed Davey das Banquet wegen der Gaza-Politik. Trumps Allianz mit Nigel Farage von Reform UK nutzt den Unmut über Starmer, dessen Beliebtheit sinkt. Der Epstein-Aspekt könnte die Royals kompromittieren, da Charles Trump als Gast ehrt, während Familienskandale brodeln. Britische Behörden minimieren Risiken durch strenge Sicherheitsprotokolle, doch die Banner-Aktion zeigt, dass der Skandal den Pomp überschattet. Langfristig könnte der Besuch US-UK-Beziehungen stärken, birgt aber das Potenzial, Epstein-Enthüllungen global zu eskalieren und Charles in die Defensive zu drängen.
