Trump schätzt Erfolgswahrscheinlichkeit des Alaska-Gipfels mit Putin auf 75 Prozent

Durch | 14. August 2025

Am morgigen Freitag, dem 15. August 2025, treffen sich US-Präsident Donald Trump und der russische Präsident Wladimir Putin auf der Joint Base Elmendorf-Richardson in Anchorage, Alaska, zu einem historischen Gipfeltreffen. Das zentrale Thema der Gespräche ist eine langfristige friedliche Lösung des Ukraine-Konflikts, der seit über drei Jahren andauert. Trump zeigte sich vorsichtig optimistisch und schätzt die Erfolgswahrscheinlichkeit des Treffens auf 75 Prozent. Er betonte, dass der Gipfel wie ein Schachspiel angelegt sei, das ein zweites Treffen vorbereiten solle, idealerweise unter Einbeziehung des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj.

Das Treffen beginnt um 11:30 Uhr Ortszeit (21:30 Uhr MESZ) mit einem Vieraugengespräch, gefolgt von einem Arbeitsfrühstück und erweiterten Gesprächen mit Delegationen. Zur russischen Delegation gehören Außenminister Sergej Lawrow, Verteidigungsminister Andrej Belousow, Finanzminister Anton Siluanow und Kirill Dmitriew, Leiter des russischen Direktinvestitionsfonds. Die Zusammensetzung der US-Delegation ist noch nicht bekannt. Eine gemeinsame Pressekonferenz soll die Ergebnisse des Gipfels zusammenfassen.

Trump betonte, dass ein erfolgreiches Treffen die Grundlage für ein trilaterales Treffen mit Selenskyj schaffen könnte, für das drei mögliche Orte in Betracht gezogen werden, einschließlich Alaska. Der Kreml hingegen betonte, dass ein solches Treffen noch umfangreiche Vorbereitungen erfordere und Moskau sich derzeit auf das bilaterale Gespräch konzentriere. Putin zeigte sich grundsätzlich offen für ein Treffen mit Selenskyj, wies jedoch darauf hin, dass die Voraussetzungen dafür noch nicht gegeben seien.

Die Wahl Alaskas als Veranstaltungsort ist symbolisch und praktisch zugleich: Die Nähe zu Russland über die Beringstraße erleichtert die Logistik, und die USA erkennen den Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs gegen Putin nicht an, was seine Reise ermöglicht. Der Kreml sieht das Treffen als Chance, die bilateralen Beziehungen zu stärken und wirtschaftliche Zusammenarbeit zu fördern, während Trump auf eine Vereinbarung drängt, die er als Schritt zu einem Waffenstillstand präsentieren kann.

Die Erwartungen an konkrete Ergebnisse sind jedoch gedämpft. Der Kreml schloss eine gemeinsame Abschlusserklärung aus, und Putin lehnt einen bedingungslosen Waffenstillstand ab, wie er von der Ukraine und westlichen Partnern gefordert wird. Russland besteht auf Bedingungen wie einen Verzicht der Ukraine auf einen NATO-Beitritt und die Anerkennung der annektierten Gebiete, was Kiew kategorisch ablehnt. Trump brachte die Idee eines Gebietstausches ins Spiel, was jedoch von Selenskyj als verfassungswidrig und unannehmbar zurückgewiesen wurde.

Europa und die Ukraine beobachten das Treffen mit Sorge, da Kiew nicht direkt beteiligt ist. Europäische Staatschefs, darunter Bundeskanzler Friedrich Merz, betonten in einer Videokonferenz mit Trump, dass eine Friedenslösung ohne die Ukraine nicht akzeptabel sei. Selenskyj unterstrich, dass jede Vereinbarung ohne Kiews Beteiligung gegen den Frieden gerichtet wäre.

Die geopolitische Bedeutung des Gipfels ist enorm: Für Putin markiert das Treffen eine Rückkehr auf die internationale Bühne, während Trump sich als Friedensstifter inszenieren will. Kritiker warnen jedoch vor einem möglichen „Machtpoker“ zu Ungunsten der Ukraine, da ein Deal die russische Kontrolle über besetzte Gebiete festschreiben könnte, ohne langfristige Sicherheitsgarantien für Kiew zu bieten.

Quellen: TASS, Euronews, ZDF, BR24

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