US-Unternehmen geben kritische Themen auf

Durch | 29. Januar 2026

US-Unternehmen gehen in ihrer Unternehmensphilanthropie 2026 einen vorsichtigeren Kurs. Fast ein Drittel der befragten Philanthropie-Verantwortlichen plant, Initiativen zu Ethnienngleichheit zurückzufahren (29 Prozent), gefolgt von Umweltgerechtigkeit (24 Prozent) und Geschlechtergleichstellung (22 Prozent). Das ergibt eine Umfrage des Think Tanks The Conference Board unter 70 Führungskräften aus Corporate Citizenship und Philanthropie.

Der Rückzug aus Themen mit hoher politischer, rechtlicher oder reputationsbezogener Sensibilität setzt den Trend aus 2025 fort. Stattdessen lenken die Unternehmen ihren Fokus auf breit akzeptierte, weniger kontroverse sozioökonomische Prioritäten. Die stärksten Zuwächse sind bei Ernährungssicherheit (45 Prozent), digitaler Inklusion (41 Prozent), Bezahlbarkeit (39 Prozent) und Wohnraum (38 Prozent) geplant.

„Die stärksten Rückgänge betreffen Bereiche mit erhöhter externer Prüfung“, erläutert Andrew Jones, Principal Researcher bei The Conference Board und Autor des Berichts. „Unternehmen betreiben pragmatisches Portfoliomanagement: Sie setzen auf Themen mit klarer, verteidigbarer Wertschöpfung und reduzieren Engagement dort, wo Risiken und Kritik zunehmen.“

Besonders die Kategorie „Bezahlbarkeit“ – definiert als steigende Lebenshaltungskosten für Wohnen, Lebensmittel, Gesundheitsversorgung, Kinderbetreuung und Mobilität – gewinnt an Bedeutung. 62 Prozent der Befragten halten sie für wichtig. Brian Campbell, Leiter des Governance & Sustainability Center bei The Conference Board, warnt jedoch: „Bezahlbarkeit bietet einen breiten, ideologiefreien Einstieg, birgt aber auch Risiken – vor allem durch wachsende politische Aufladung vor den Midterms. Initiativen müssen klar an Geschäftszielen, lokalen Kontexten und Mitarbeiterbedürfnissen ausgerichtet sein.“

Die neue US-Steuergesetzgebung zur Absetzbarkeit von Unternehmensspenden wirkt sich zusätzlich aus: 64 Prozent der Befragten rechnen mit Budgeteffekten durch die neue 1-Prozent-Schwelle für steuerlich abzugsfähige Spenden. Die meisten erwarten engere Budgetverteilung, etwa ein Drittel plant Änderungen bei Zeitplan und Auszahlungsrhythmus von Fördermitteln. Statt Kürzungen insgesamt steht eine stärkere Priorisierung und Abstimmung mit Rechts-, Steuer- und Finanzabteilungen im Vordergrund.

Im Jahr 2026 setzen Unternehmen verstärkt auf Freiwilligenarbeit statt auf Bareinzelspenden: 57 Prozent rechnen mit Zuwachs beim Mitarbeiter-Volunteering, nur 5 Prozent mit Rückgang. Bei Cash-Grants überwiegen die Kürzungspläne (21 Prozent) die Ausbaupläne (19 Prozent). Jeff Hoffman, Institute Leader Corporate Citizenship & Philanthropy bei The Conference Board, erklärt: „In Zeiten von Talentknappheit und Unsicherheit bevorzugen Unternehmen flexible, mitarbeiterzentrierte Ansätze, die Sinnstiftung und Bindung fördern.“

Die Integration von Künstlicher Intelligenz in der Unternehmensbürgerschaft steckt noch in den Anfängen: 55 Prozent beschreiben ihren Einsatz als begrenzt und explorativ. Die Prioritäten liegen bei AI-Literacy und Mitarbeiterschulung (50 Prozent), Automatisierung von Datenanalyse und Reporting (39 Prozent) sowie verbesserten Mess- und Evaluierungstools (30 Prozent).

Die größten Hindernisse für 2026 sind interne Konkurrenz um Ressourcen (55 Prozent), Schwierigkeiten beim Nachweis von ROI (34 Prozent) und mangelnde Unterstützung durch CEO oder Führungsebene (27 Prozent). Extern dominieren begrenzte Kapazitäten bei Nonprofit-Partnern (41 Prozent), Medienkritik (36 Prozent) und politische Polarisierung (36 Prozent).

Der Bericht basiert auf einer Umfrage unter Philanthropie- und Citizenship-Verantwortlichen US-amerikanischer Unternehmen und analysiert Budgeterwartungen, Schwerpunkte, Barrieren, Chancen und den frühen AI-Einsatz.

Weitere Informationen: The Conference Board
https://www.conference-board.org

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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