Eine einzige Nuklearexplosion genügt, um die Vereinigten Staaten lahmzulegen – und die Bevölkerung ins Mittelalter zu katapultieren. Das zeigt Steven Starr in seinem neu erschienenen Buch „Nuclear High-Altitude Electromagnetic Pulse“.

Das Stromnetz des Landes würde ebenso zerstört wie das gesamte Kommunikationssystem, die Kühlsysteme der Kernkraftwerke und alle elektronischen Geräte. Der Grund dafür sei, dass die zivile Infrastruktur der USA nicht vor elektromagnetischen Impulsen (EMP) geschützt ist, erklärt der ehemalige Mitherausgeber des Wall Street Journal, Paul Craig Roberts, auf Global Research. «Das Militär hat Massnahmen ergriffen, um seine Waffen- und Kommunikationssysteme abzuschirmen, aber es wurde nichts getan, um die zivile Infrastruktur zu schützen», bringt Roberts das Kuriosum auf den Punkt. Gesetzesentwürfe , die einen EMP-Schutz vorschreiben, seien im Kongress abgelehnt worden. Roberts steht mit seiner Forderung nach Zivilschutz in Sachen EMP nicht allein. Auch ein Papier des US Department of Energy (DOE) aus dem Jahr 2023, dass ZEITPUNKT vorliegt, drängt auf Schutzmassnahmen. Die allerdings sollten ganz ohne Kongress auskommen – indem die Betreiber der kritischen Infrastrukturen auf private Sicherheitsfirmen und deren Konzepte setzen. Die freilich bleiben bislang aus – und die USA somit im Falle eines einzigen nuklearen Erstschlags in luftigen Höhen ein Land des potentiellen 15. Jahrhunderts.
Die technologisch-militärischen Fakten sprechen nämlich für sich. Starr berichtet in seinem Buch, dass die Auswirkungen einer einzigen nuklearen Detonation in grosser Höhe über dem Osten der Vereinigten Staaten verheerend wären:
105 Meilen über Ohio explodiert ein einzelner Atomsprengkopf. Da er sich weit oberhalb der Atmosphäre befindet, werden auf der Erde keine Explosions- oder Feuereffekte zu spüren sein. Allerdings wird diese nukleare Detonation in großer Höhe einen gigantischen elektromagnetischen Impuls oder EMP erzeugen.
In einer Milliardstel Sekunde wird die anfängliche EMP E1-Welle massive Spannungen und Ströme in Stromleitungen, Telekommunikationsleitungen, Kabeln, Drähten, Antennen und jedem anderen elektrisch leitenden Material verursachen, das sich unter der nuklearen Detonation in einem kreisförmigen Gebiet von Hunderttausenden von Quadratmeilen befindet.
In dieser Region erzeugt die E1-Welle unter idealen Bedingungen 2 Millionen Volt und eine Stromstärke von 5.000 bis 10.000 Ampere in den mittleren Stromleitungen. Alle nicht abgeschirmten modernen elektronischen Geräte mit Halbleiterschaltkreisen, die an das Stromnetz angeschlossen sind, werden deaktiviert, beschädigt oder zerstört. Dies gilt auch für die elektronischen Geräte, die für den Betrieb aller kritischen nationalen Infrastrukturen erforderlich sind.
Ungeschützte elektronische Geräte in Boden-, Luft- und Seeverkehrssystemen, Wasser- und Abwassersystemen, Kraftstoff- und Lebensmittelverteilungssystemen, Wasser- und Abwassersystemen, Telekommunikationssystemen und Bankensystemen würden alle gleichzeitig ausser Betrieb gesetzt – und all diese Systeme wären so lange funktionslos, «bis die für ihren Betrieb erforderliche Festkörperelektronik repariert oder ersetzt werden kann».
Weil jedoch im selben Moment die massiven Spannungen und Ströme, die durch die EMP-Welle induziert werden, Relais, Sensoren und Schalttafeln von 1783 Hochspannungsstationen des Landes zerstören würden, fiele das gesamte Stromnetz in der östlichen Hälfte der Vereinigten Staaten aus. Ohne Strom aber liessen sich keine Ersatzteile bestellen. Und das wäre noch das kleinste Übel.
Denn ein bis zehn Sekunden nach der nuklearen Detonation würden auch die grossen Leistungstransformatoren und Höchstspannungsschalter zu nutzlosen Techno-Klumpen. Wodurch die Fernübertragung von etwa 90 Prozent der elektrischen Energie in den Vereinigten Staaten kollabieren würde.
Der Verlust von großen Leistungstransformatoren und Höchstspannungsschaltern würde bedeuten, dass ganze Regionen in den Vereinigten Staaten bis zu einem Jahr oder länger ohne Strom wären.
Schliesslich wäre der Punkt der ultimativen Zerstörung der USA erreicht, schreibt Starr:
Da Kernkraftwerke nicht dafür ausgelegt sind, den Auswirkungen eines EMP standzuhalten, würde auch die Festkörperelektronik in ihren Notstrom- und Kühlsystemen beschädigt und außer Betrieb gesetzt werden. Durch den Ausfall der Notstromsysteme und der aktiven Notkühlsysteme können die Reaktorkerne nach der Notabschaltung nicht mehr gekühlt werden, was in Dutzenden von Kernkraftwerken schnell zu Kernschmelzen führen wird.
Zusammenfassend lässt sich demnach sagen, «dass ein einziger nuklearer elektromagnetischer Impuls aus grosser Höhe sofort den grössten Teil oder das gesamte Stromnetz der USA ausschalten und gleichzeitig die elektronischen Festkörpergeräte zerstören kann, die für den Betrieb der kritischen nationalen Infrastruktur der USA erforderlich sind – einschließlich der Sicherheitssysteme in Kernkraftwerken», resümiert wiederum Roberts, und:
Nach einem nuklearen EMP würden die Menschen in den USA plötzlich für einen Zeitraum von bis zu einem Jahr unter mittelalterlichen Bedingungen leben – die meisten Amerikaner wären nicht in der Lage, solche Umstände zu überleben.
Das Buch ist bei Amazon, Barnes & Noble und Kindle erhältlich
Nuclear Famine, by Steven Starr: NUCLEAR HIGH-ALTITUDE ELECTROMAGNETIC PULSE
