Deloitte: Industrie muss mit geringem Exportwachstum rechnen

Durch | 18. November 2024

Die Handelswege der exportorientierten deutschen Industrie werden komplexer. Ausfuhren in die wichtigsten Absatzmärkte USA, China, Frankreich und Niederlande könnten künftig deutlich langsamer wachsen als bisher. Dies zeigt eine aktuelle Analyse von Deloitte, die die Verschiebung der Handelswege in zwei geopolitischen Szenarien bis 2035 modelliert.

Die Industrieexporte in die USA steigen in diesem Zeitraum lediglich um 1,8 Prozent pro Jahr, sofern sich die globalen Handelsbeziehungen ähnlich entwickeln wie in den vergangenen Jahren (Szenario I). Das ist rund ein Drittel weniger als in den Jahren 2014 bis 2019, als die Ausfuhren in die USA um drei Prozent jährlich zulegten. Seit dem coronabedingten Einbruch in 2020 stiegen sie gar um 15 Prozent pro Jahr. Mit einem Gesamtvolumen von 87 Milliarden Euro sind die USA der wichtigste Exportmarkt für die deutsche Industrie, deutlich vor China (64 Milliarden Euro, Stand: 2023). Ausfuhren nach China würden in diesem Szenario einer multipolaren Welt nur noch um 2,3 Prozent jährlich zulegen (2014 bis 2019: 4%).

Die wichtigsten europäischen Märkte Frankreich und Niederlande würden um 2,4 Prozent wachsen statt um drei und fünf Prozent wie in den Jahren vor der Pandemie. Lediglich die Exporte in den fünftgrößten Absatzmarkt, nach Großbritannien, würden sich nach dem brexitbedingten Rückgang (2014 bis 2019: -1%) mit einem jährlichen Wachstum von 1,3 Prozent besser entwickeln als in der Vergangenheit, wenn sich bestehende handelspolitische Trends fortsetzen.

Auch die Industrieexporte in weitere europäische Märkte wachsen wenig dynamisch, sofern sich die weltweiten Handelsbeziehungen ähnlich entwickeln. Mit 2,4 und 2,5 Prozent nimmt der Absatz in Österreich und Spanien am stärksten zu, ausgehend jedoch von einer vergleichsweise geringen Basis. Die Ausfuhren nach Österreich und Spanien hatten 2023 ein Volumen von je 27 Milliarden Euro.

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LabNews: Biotech. Digital Health. Life Sciences. Pugnalom: Environmental News. Nature Conservation. Climate Change. augenauf.blog: Wir beobachten Missstände
Autor: LabNews Media LLC

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