Kinder mit schweren angeborenen Fehlbildungen aus sozial und wirtschaftlich benachteiligten Familien haben ein deutlich höheres Sterberisiko als Kinder aus wohlhabenderen Verhältnissen. Das zeigt eine europäische Studie unter Leitung von Forschern der Swansea University, die am 5. August 2026 in der Fachzeitschrift PLOS One veröffentlicht wurde.
Die Wissenschaftler analysierten Daten von mehr als 47.000 Kindern mit großen angeborenen Anomalien aus zehn Registern in sieben europäischen Ländern. Die Arbeit ist Teil der EUROlinkCAT-Kollaboration und verknüpfte Gesundheits- und Verwaltungsdaten unter strengen Datenschutzauflagen.
Im ersten Lebensjahr lag das Sterberisiko bei Kindern aus den am stärksten benachteiligten Gruppen um 47 Prozent höher als bei Kindern aus den wohlhabendsten Gruppen. Zwischen dem ersten und zehnten Lebensjahr verdoppelte sich das Risiko annähernd. Die Unterschiede waren in der späteren Kindheit ausgeprägter als im Säuglingsalter.
Die Zusammenhänge traten in allen Vergleichen nur in Wales und der Ukraine – den Ländern mit dem niedrigsten Bruttoinlandsprodukt pro Kopf – durchgängig auf. In Dänemark hingegen zeigte sich kein solcher Effekt.
„Die Unterschiede in der Sterblichkeit zwischen reich und arm waren nach dem ersten Lebensjahr größer, wenn die Versorgung weniger von akuten Diensten und mehr von der Primär- und Gemeindeversorgung abhängt“, sagte die Erstautorin Professorin Sue Jordan. Die Forscher hoffen, dass die Ergebnisse eine Überprüfung der Ressourcen für betroffene Kinder in Armut anstoßen.
Dr. Hywel Turner Evans vom SAIL Databank an der Swansea University erklärte: „Diese Ungleichheiten sind nicht unvermeidbar. Länder, die den Einfluss von Armut auf die Kindergesundheit verringern, können wertvolle Lehren für andere bieten.“
