Unternehmen, die für ihre starke Finanzleistung gefeiert werden, können sich laut einer neuen Studie der Universität Surrey als ineffizient erweisen, sobald ihre Umweltauswirkungen berücksichtigt werden.
Die im European Journal of Operational Research veröffentlichte Studie zeigt, dass Firmen, die bei der Umsatzgenerierung hocheffizient erscheinen, deutlich schlechter abschneiden können, wenn ihr ökologischer Fußabdruck in die Berechnung einbezogen wird.
Um dieses Problem anzugehen, entwickelten die Forscher eine neue Methode zur Messung der „nachhaltigen Unternehmenseffizienz“, indem sie traditionelle Finanzkennzahlen mit Umweltdaten wie Energieverbrauch, Kohlenstoffemissionen und Einnahmen aus umweltfreundlichen Produkten und Dienstleistungen kombinierten.
Dr. Menelaos Tasiou, Mitautor der Studie und Dozent für Finanzen an der Universität Surrey, sagte:
„Unternehmen werden seit Langem danach beurteilt, wie effizient sie Ressourcen in Gewinn umwandeln. Doch wenn diese Gewinne mit hohen Umweltkosten verbunden sind, ändert sich das Bild grundlegend. Wir zeigen, dass wahre Effizienz bedeutet, Einnahmen zu generieren und gleichzeitig die durch die Produktion verursachten Umweltschäden zu reduzieren. Anders ausgedrückt: Die Rentabilität allein kann verschleiern, wie verschwenderisch ein Unternehmen tatsächlich ist, wenn man die Umweltkosten berücksichtigt. “
Die Studie analysierte mehr als 2.800 börsennotierte Unternehmen in 61 Ländern im Zeitraum von 2010 bis 2022 und schuf damit einen der größten globalen Datensätze zur Messung der Nachhaltigkeit von Unternehmen, indem sowohl die finanzielle Leistungsfähigkeit als auch die Umweltauswirkungen gemeinsam bewertet wurden.
Das Team verknüpfte Unternehmensfinanzdaten im Einklang mit der grünen Wirtschaft (definiert als kohlenstoffarme, ressourceneffiziente und sozial inklusive Wirtschaft) mit Umweltdaten wie Energieverbrauch und Treibhausgasemissionen. Anschließend nutzten sie ein maschinelles Lernverfahren namens Convexified Efficiency Analysis Trees (CEAT), um zu schätzen, wie effizient Unternehmen Ressourcen in Umsatz umwandeln und gleichzeitig die Umweltbelastung minimieren.
Im Gegensatz zu älteren Ansätzen bildet diese Methode die Realität ab, dass Produktion sowohl erwünschte Ergebnisse wie Umsätze als auch unerwünschte Ergebnisse wie Emissionen erzeugt. Dadurch können Unternehmen hinsichtlich ihres Verhältnisses von Gewinn und Umweltverträglichkeit verglichen werden.
Die Ergebnisse zeigten einen mäßigen Zusammenhang zwischen finanzieller Effizienz und Umwelteffizienz. Das bedeutet, dass viele finanziell starke Unternehmen nicht unbedingt gut darin sind, ihre Umweltauswirkungen zu managen.
